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Erziehungsanstalten

Noch ein wenig NAZI-Schrift aus der Essener NATIONAL ZEITUNG vom 13.01.1937 zum Schulwesen. Es geht um Aufnahmen in die „höheren“ Schulen und das Verhältnis von staatlichen Schulen und Privatschulen. Auszüge:

Nach der Verfügung der Schulaufsichtsbehörde sind die zu höheren Schulen angemeldeten Schüler schriftlich, mündlich und in den Leibesübungen(Sport) zu prüfen. Die Aufnahmeprüfungen finden an allen höheren Schulen Anfang März statt. … Durch das Bestehen der Aufnahmeprüfung besteht jedoch kein Anrecht auf Aufnahme in eine höhere Schule der Stadt., insbesondere auch nicht auf Aufnahme in eine besondere Lehranstalt. Die Städtische Schulverwaltung behält sich hinsichtlich der städtischen Schulen vor, im Laufe der Schulzeit Umschulungen vorzunehmen, wenn sie aus organisatorischen oder planwirtschaftlichen Gründen erforderlich sein sollten. … Hinsichtlich der höheren Knabenschulen wird darauf hingewiesen, dass das Burggymnasium am Adolf-Hitler-Platz sowie die Goetheschule, Alfredstrasse, als humanistische Gymnasien bestehen bleiben. Bei diesen Anstalten wird mit Latein als erste Fremdsprache in Sexta begonnen. Die übrigen  städtischen höheren Knabenanstalten werden, Ostern 1937 beginnend, in die Hauptform der deutschen höheren Knabenschule überführt mit Englisch als erster Fremdsprache in Sexta. …

Die städtischen höheren Mädchenschulen

bleiben vorläufig in ihrer bisherigen Form bestehen. Es kommen in Frage: Luisenschule, Bismarckplatz: Oberlyzeum mit ein- und dreijähriger Frauenschule mit angegliedertem(kombinierten) Lehrgang für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen. Französisch von Sexta, Englisch von Untertertia ab. Victoriaschule, Kurfürstenplatz: Lyzeum und realgymnasiale Studienanstalt. Dreijähriger gemeinsamer Unterbau mit Französisch als Anfangssprache. a) Lyzeum: Englisch von Untertertia, b) realgymnasiale Studienanstalt: Latein von Untertertia, Englisch von Untersekunda ab. Oberlyzeum in Essen-Bredeney, Grashofstrasse: Französisch von Sexta, Englisch von Untertertia ab.

Für die Privatlyzeen in Essen

gilt folgendes:

… dass der öffentlichen Schule vor der privaten der Vorzug gebührt und dass die privaten Schulen nur insoweit bestehen dürfen, als die öffentlichen Schulen nicht in der Lage sind, das schulische Bedürfnis zu befriedigen. … ist durch die Schulaufsichtsbehörde die Anordnung getroffen, dass die privaten Schulen in Essen in Zukunft nur Schülerinnen aufnehmen können, die in entsprechenden Klassen der städtischen höheren Schulen nicht untezubringen sind. … dass durch Erlass des Oberpräsidenten der Rheinprovinz es den Parteigenossen und Beamten zur Pflicht gemacht ist, ihre Kinder den öffentlichen Schulen zuzuführen.

Bei den Mittelschulen

tritt eine Änderung im Lehrplan vorläufig nicht ein, d.h. sämtliche Mittelschulen beginnen mit Französisch in der Sexta. Englisch bleibt wahlfrei von der 3. Klasse ab. …

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