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Wir Antisemiten

Mark Twain liest

Über Drohnen parliert der Abgeordnete Ahlwardt auf der Sitzung des Deutschen Reichstages am 15. Dezember 1897. Zu finden in den *Reichstagsprotokollen*. Durch den Blogwart gekürzt. So was dürfte heute keiner mehr im Bundestag sagen, ohne nicht seine Immunität und seine Freiheit zu verlieren.

„… Ich habe die Anschauung, daß die Drohnen im Deutschen Reich in der Hauptsache Personen sind, die gar nicht zum deutschen Volksstamm gehören. Sie wissen, daß man uns Antisemiten vielfach religiöse Intoleranz vorwirft. Auf diesem Boden steht niemand von uns Antisemiten; wir bekämpfen den Juden nicht  seiner Religion wegen. Wir halten vielmehr dafür, daß die Juden eine Volksrasse bilden, die in ihren geistigen Eigenschaften und auch in ihrem Empfinden so sehr von dem deutschen Volke abweicht, daß ein dauerndes Zusammenleben beider Volksrassen uns, die edlere, zum Untergange führen muß. Die Germanen stehen auf dem Boden der Arbeit; die Arbeit ist eine Rasseneigenthümlichkeit derselben, und so weit sie die Deutschen in der Geschichte zurückverfolgen, immer haben dieselben die Arbeit, das Schaffen der Werthe, deren sie bedurften, als nothwendig anerkannt und sind dabei glücklich gewesen. Es ist durchaus falsch, wenn man den Anhängern einzelner Parteien vorwirft, sie ständen nicht auf dem Boden der Arbeit. Arbeiten wollen die Anhänger aller Parteien, soweit sie Deutsche sind; wenn sie unzufrieden sind, so sind sie mit der Vertheilung der Arbeitsprodukte oder mit der übertriebenen Belastung unzufrieden. Dagegen gehören die Juden einer Volksrasse an, die nicht auf dem Boden der Arbeit steht. (Heiterkeit.)

Inn allen Zeiten haben die Juden die Arbeit zu meiden gesucht; nur zwangsweise, wo es nicht anders ging, haben sie sich zeitweise der Arbeit zugewendet. Das zeigt sich durch die gesamte jüdische Geschichte. Um ohne Arbeit das Dasein erhalten zu können, haben sie die hier eingeborene, arbeitende Volksklasse geknechtet und unterdrückt. (Heiterkeit.)

Die Juden sind stets bemüht, Anderen das abzunehmen, was diese durch die Arbeit geschaffen haben. In dieser Kunst, Anderen das abzunehmen, was sie durch die Arbeit geschaffen haben, sind die Juden allerdings nicht nur uns, sondern allen Völkern der Welt überlegen. Unter diesen Umständen halten wir allerdings die antisemitische Bewegung nicht nur für berechtigt, sondern für eine Notwendigkeit. Wir Antisemiten halten uns für berechtigt, wenn auch nicht alle, so doch die meisten Übelstände, die gegenwärtig unseren Volkskörper bedrücken, auf das Judentum zurückzuführen, resp. auf den jüdischen Geist, der sich in unserem Volke nach und nach verbreitet hat. Ich will damit nicht sagen, daß die Germanen, von den Juden befreit, nun etwa fehlerlose Menschen wären. Das wird in absehbarer Zeit überhaupt nirgendwo stattfinden, und ich glaube, es wäre auch nicht einmal wünschenswerth; aber die edle Grundlage der eingeborenen, edlen germanischen Rasse würde zur Geltung kommen, während sie jetzt unter dem fremden Geist erstickt wird, der ganz und gar anderer Richtung und anderer Gestaltung ist.

Als wir Germanen noch nicht beeinflußt waren von dem jüdischen Geist – wir müssen da allerdings in der Geschichte so weit zurückgehen, als es uns möglich ist – haben die schlimmsten Eigenschaften sich nicht gezeigt, die sich jetzt unterm Einfluß des Judenthums und des jüdischen Geistes bei uns entwickelt haben. Ich will Ihnen zur Würdigung des Judenthums nur eine Thatsache vor Augen führen, die für sie alle, auch wenn Sie nicht auf meinem Boden stehen sollten (Heiterkeit), – lachen Sie nur darüber, meine Herren, die Sie um Herrn Singer sitzen – das Lachen des Herrn Singer ist mir gegenwärtig schon zu einer Ehre geworden – ich sage, wenn Sie auch nicht auf antisemitischem Boden stehen, so müssen Sie sich eine Thatsache gleichwohl allen Ernstes vor Augen führen: die Juden sind als Gäste zu uns gekommen, sie sind hier ohne Einladung erschienen, ich möchte sagen, sie haben sich bei uns eingeschlichen – ohne Besitz; denn das, was sie mitbrachten, dürfen Sie als Besitz kaum ansehen. Gegenwärtig besitzen die Juden in unserem Vaterland ungefähr die Hälfte des Nationalvermögens. Es ist das ja nur schätzungsweise auszusprechen, weil statistische Berichte fehlen. – meine Herren, wenn Sie sich solche vielhundertfachen Millionäre ansehen, wie wir sie hier in Berlin haben, dann frage ich: verdanken diese Leute ihrem Geist, ihrem Geschick, ihren Leistungen für die Menschheit diesen großen Besitz?

… Sehen Sie sich doch diesen jüdischen Besitz einmal an, wie er sich im Handumdrehen vor Ihren Augen bildet. Der Großvater kam als völlig besitzloser Mensch über die Grenze; der Enkel ist Geheimer Kommerzienrath, Baron und vielhundertfacher Millionär geworden! Können Sie das mit Ihrem Gerechtigkeitsgefühl in Einklang bringen, daß ohne jede Gegenleistung für die Gesammtheit solcher Besitz sich anhäuft? Dazu bildet das gesamte Judenthum eine Einheit, eine Organisation im Staate, und zwar eine Organisation, die fest und unverbrüchlich zusammenhält. Sie alle bilden gegenüber den Juden nur einzelne Personen, haben aber als solche mit einer festen Organisation zu kämpfen. Die Juden haben sich in alle Kreise gedrängt, sie haben überall ihre Abgesandten, und überall wirken sie zerstörend und betäubend, überall wirken sie unfriedenstiftend, und das Letztere ist hier vor allen Dingen ins Auge zu ziehen. …

 – Daß der einzelne Jude nicht zu bekämpfen ist, habe ich ja schon gesagt; es ist selbstverständlich, daß man ihn nur als Mitglied seiner Rasse zu bekämpfen hat. – Das größte Wort in der Judenfrage hat Napoleon I. gesprochen, als er sagte: die Juden sind staatsrechtlich zu behandeln und nicht zivilrechtlich! Darin, meine Herren, glaube ich, liegt die falsche Auffassung, die wir so vielfach von der JUdenfrage haben, daß wir die Juden lediglich zivilrechtlich behandeln wollen. Meine Herren, das Judenthum ist uns gegenüber genau so ein fremdes Volk, wie etwa Franzosen oder Russen uns gegenüber fremde Völker sind, nur mit dem Unterschied, daß Franzosen, Russen ec. wenigstens zu derselben Volksrasse gehören, während die Juden Angehörige einer ganz fremden Volksrasse sind, die ich Ihnen vorhin schon in der Grundlage ihres Wesens geschildert habe. Es ist nicht zu behaupten, daß jeder Jude alle verwerflichen Eigenschaften haben müsse. In persönlichen Eigenschaften, in denen wir ja auch sehr verschieden sind, sind auch die Juden verschieden; aber in den Rasseeigenschaften, in denen wir uns gleichen, gleichen sich die Juden auch, und eben bezüglich dieser Rasseeigenschaften werden uns die Juden so gefährlich, daß wir an eine Erlösung vom Judenthum denken müssen. …

Bild: 1897 Mark Twain hält eine humoristische Vorlesung im Goldgräberlager. Die auch für viel Heiterkeit sorgt.


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