Posts Tagged 'Sklaven'

Kennen Sie Arochoku?

galizische Zigeunergesellschaft 1902

Der Blogwart auch nicht. Die Coburger Zeitung schreibt am 10.01.1913: Schreckliche Grausamkeiten eines afrikanischen Negerfürsten. Eine afrikanische Sklavenstadt, in der allerlei Greuel verübt wurden, die an die Grausamkeiten im Putumajagebiet am Amazonenstrom erinnern, ist im Herzen Afrikas an den Ufern des Niger entdeckt worden. Während sich in Peru Weiße die Menschenquälereien zuschulden kommen lassen haben, war es am Niger ein schwarzer Fürst, der Jusu von Arochoku, der das Leben von Zehntausenden in seiner Gewalt hatte; viele Tausende hat er im Laufe der letzten Jahre hinrichten lassen, was auf eine besonders grausame Art geschah. Der dem Tode geweihte Sklave wurde in ein Marterinstrument gespannt, das den Kopf des Unglücklichen dreimal gegen einen „heiligen Stein“ schleuderte. Zehntausende von kräftigen Negern hat der Jusu von Arochoku zu hohen Preisen an andere Fürsten und Häuptlinge verkauft, die die armen Menschen als „Schlachtware“ behandelten. Die körperlich minderwertigen Sklaven liess der Jusu von vornherein abschlachten und den Göttern opfern.

Dieser entsetzliche Sklavenhandel und Götzendienst ward erst kürzlich von einer englischen Expedition aufgedeckt, die zugleich in einem verborgenen Tale 3000  zum Verkauf oder Tode bestimmte Sklaven vorfand. Der englischen Regierung sind genaue Einzelheiten über die Schreckensherrschaft des Jusu von Arochoku zugegangen, der nunmehr ein für allemal ein Ende gemacht werden soll.

Bild: Nicht überall tummeln sich edle Wilde, wie diese Angehörigen vom Stamme der Zigen in Galizien. Erschröckliches muß der Leser aus Afrika erfahren, von blutrünstige Negerfürsten, die  ihre Mitneger versklaven und abschlachten. Ach, stöhnt der Blogwart, hätte er doch niemals das Lesen erlernt!

Was der Uropa noch wußte

… Reisende, welche in das Innere Afrikas, besonders in den sogenannten Sudan eindrangen, gibt es verhältnismäßig sehr wenig! Erst den jüngsten Expeditionen war es aufbehalten, Berichte der Geographen des Alterthums zu verbessern oder zu bestätigen, ja über weite Flächen des abgeschlossenen Erdteils haben wir noch jetzt weiter keine Kenntnis, als wie sie uns einige kurze Andeutungen bieten, die, fast ein Jahrtausend alt, gewöhnlich in das Gewand der abenteuerlichen Mythe und Fabel gekleidet sind. In manchen Beziehungen waren jene alten Geographen und Reisenden viel begünstigter, als dies heutzutage der Fall ist.

Das Klima des Sudan mit seinen tödlichen Fiebern, die Schrecknisse der ungeheuren Wüste waren zwar dieselben, und die durch die Not verwilderten Stämme der Sahara traten zwar auch damals schon dem Fremdling feindlich entgegen, die Hauptschranke aber, an welcher bis jetzt gewöhnlich alle weiteren Unternehmungen gescheitert sind, baute sich erst durch den Einfall der Araber auf, die jedes Volk, das sich nicht zum Islam bekannte, als vogelfrei betrachteten und die sogenannten Heiden mit ähnlichem Auge ansahen, wie der Amerikaner die Herden der herrenlosen verwilderten Rinder und Pferde der Prairien. Sklaven als Diener für das Haus und die Feldarbeit waren den eindringenden Asiaten ein altes Bedürfnis. Den Religionsverwandten seiner persönlichen Freiheit zu berauben, verbot das Gesetz des Propheten; deshalb wendete man sein Auge ausschliesslich auf die nichtmuhammedanischen Völkerschaften, denen man außerdem durch Waffengewalt überlegen war, und Sklavenjagden wurden in regelmäßiger Wiederkehr und in immer größerem Umfange Sitte, je mehr sich gleichzeitig auch die Handelsspekulation dieses sehr einträglichen Zweiges bemächtigte.

Jene Gegenden, in welche die alten Geographen die sogenannten Mondgebirge versetzten, bezeichnen die Scheidelinie zwischen den muhammedanischen und heidnischen Völkerschaften. Diese Grenze wird fast jährlich nur in feindlichen  Absichten  überschritten, und Alles, was seit Jahrhunderten vorgedrungen ist, hat den südlichen Negerstämmen nur Unheil und Verderben gebracht. Kein Wunder ist es daher, daß dieselben den ankommenden Europäer, von dessen wahren Absichten sie nicht die geringste Ahnung haben können, mit höchst mißtrauischen Augen betrachten und ihm, der ihnen als Kundschafter erscheint, ihrer eigenen Sicherheit wegen alle erdenklichen Schwierigkeiten in den Weg legen. Zugleich sind auch die muhammedanischen Völkerschaften jener Gebiete in hohem Grade fanatisch, da sie durch jenen fortwährenden Zusammenstoß immer wieder auf das Auszeichnende ihres Bekenntnisses hingewiesen sind und jeden Andersgläubigen als Todfeind betrachten. …

*Afrika. II. Dr. Eduard Vogel. Reisen und Entdeckungen in Central – Afrika. 1860*


September 2021
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Blog Stats

  • 2.271.605 hits

Archiv