Posts Tagged 'Sudan'

Löbliche Aidsbekämpfung

Während in Europa die Seuche vor sich hingrassiert und schwul-lesbisches oder Teenagerleben sie unbekümmert weiter gibt, auf Volksfesten, beim Partnertausch oder als Geburtstagsgeschenk, denn die Solidargemeinschaft der Krankenkassenmitglieder zahlt unverdrossen und geduldig, ist der grossartige Islam schon weiter. Dort, im herrlichen Sudan, werden Infizierte und Erkrankte separiert und wie einst, zu besten Zeiten der Schwarzen Pest, fern von jedem menschlichen Kontakt gehalten. Niemand muss deshalb aber unbegründet Furcht vorm Islam empfinden, der berechtigterweise fordert, seine Gebräuche und Sitten auch hier ungehindert leben zu dürfen, als Menschenrecht. Irrationale und unbegründete Angst ist völlig fehl am Platz, denn so weit, dass es gesonderte Plätze gibt, für HIV-Infizierte, wie früher vor den Toren der Stadt es die Pesthäuser waren, das dauert noch ein Weilchen. Bis dahin kann sich unser schwul-lesbisches Leben ungehindert vermehren, Kinder bekommen und sie als Horst und Frank oder Christa und Frauke in einer Musterfamilie aufziehen. Es sei, die Adoptionsrechte werden verschärft.

Vorbildliche Aidsprävention

Christen peitschen Frauen aus

Die tränenreiche Verleumdung des Islam hat jetzt auch den TAGESSPIEGEL erreicht und ich bin entsetzt. Der Sudan, in dem die Sharia praktiziert wird, die strenge aber gerechte Gerichtsbarkeit, die sich am Koran orientiert, will Frauen in Hosen auspeitschen lassen. Anlass für den TAGESSPIEGEL, islamophob über die ganze Angelegenheit zu berichten. Angsthasen! Dabei wissen diese Frauen doch, dass sie das nicht sollen! Hosen tragen. So, wie unsere Frauen wissen, Kosmetik und Unterwäsche zu klauen ist eine Straftat und muss geahndet werden. Recht muss nun einmal Recht bleiben. Und die Scharia ist gerecht, kommt sie doch von Allah. Hat denn niemand aus der Bluttat im Dresdner Landgericht gelernt? Muss erst wieder ein Deutschrusse eine Ägypterin islamophob, und mit dem TAGESSPIEGEL in der Tasche, abschlachten? Muss es soweit kommen? Aber hier geht es um eine Journalistin und da muss dann auch ein Artikel her und das Recht verteidigt werden, Hosen zu tragen, ohne 40 Peitschenhiebe auf den Hintern zu bekommen. Ja, frage ich da, und wenn nächstens eine Journalistin beim Klauen erwischt wird, prangert ihr das auch an, dass die ein Ordnungsgeld dafür zahlt? Das Blut von Marwa S., der WEISSEN ROSE von Dresden, ist noch nicht einmal wieder aufgefrischt, vorm Kamin der Familie Otis, da hetzt der TAGESSPIEGEL zu neuen Bluttaten.

Zum Glück gibt es Kommentatoren, die durchschauen den islamfeindlichen TAGESSPIEGEL-Artikel. Zum Glück. Wie Carolina. Und alle, alle von Christen und Juden gepeitschten Frauen werden es ihr danken.

Trotzdem möchte ich den Islam-Kritikern widersprechen. Man sollte nicht den Glauben, die Religion verantwortlich machen, nur weil sie von fanatisierten Ideologen missbraucht wird. Der Islam ist nicht besser und nicht schlechter als die beiden anderen Abrahamitischen Religionen Judentum und Christentum. Es gibt im orthodoxen Judentum ebenfalls Bekleidungsregeln, die wir modernen Mitteleuropäer als höchst merkwürdig bezeichnen würden, und in fundamentalistischen christlichen Sekten möchte man die Evolutionstheorie im Schulunterricht durch die Schöpfungslehre ersetzen. Der Islam ist die jüngste dieser 3 Religionen und hat seine Zeit der „Aufklärung“ (hoffentlich) noch vor sich. Solange es dem „christlichen Abendland“ nicht gelingt, den islamischen Völkern unsere Werte-Ordnung (Gleichberechtigung der Frau, säkularer Staat, etc) als etwas Positives, Erstrebenswertes zu vermitteln, wird der islamische Fundamentalismus immer mehr Anhänger finden. Es geht vielen Muslimen um die Bewahrung und Verteidigung der eigenen Identität, für die bei muslimischen Völkern die Religion eine zentrale Rolle spielt.  Ich stelle mir bei solchen Berichten wie diesem hier immer wieder die Frage, ob es nicht eine internationale Frauenrechts-Bewegung gibt, die solchen mutigen Frauen hilft, und die man/frau unterstützen könnte.

Ja, und wer hört sie nicht, die gellenden Schreie von Frauen in westlichen Großstädten, die vor Gericht stehen, weil sie Kleidung tragen, die in unserer Kultur verpönt ist. Wie zum Beispiel Kopftuch, als Zeichen der Religionszugehörigkeit, als Staatsbedienstete zu tragen. Und die daraufhin zu vierzig Peitschenhieben verurteilt werden, zum Gaudi der Menge. Wer hört sie nicht?

Denn nichts ist dringlicher, Auspeitschungen mit dem Einhalten merkwürdiger Bekleidungsregeln zu vergleichen und dem böse Gucken, zum Beispiel beim Auftauchen einer Frau, die meint, Hygiene? Was kann hygienischer sein als ein Kopftuch oder voll bekleidet in das Schwimmbecken einer öffentlichen Badeanstalt zu springen. In Europa. Danke TAGESSPIEGEL, Danke Carolina. Wenn die losen Frauen im Sudan ihre gerechte Strafe erhalten haben, werden sie mit Schaudern daran denken, was Frauen in Deutschland passiert, wenn sie Kopftuch tragen und sie werden froh sein, so leicht davongekommen zu sein.

Böses Mädchen


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