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Demokraten müssen das nicht

Wahlergebnis 1933Im November wurden in Deutschland nicht nur die Juden nur unverdienterweise und überraschend dem sogenannten Volkszorn ausgesetzt, so daß wir heute immer noch fußfällig knien und weinen und Stolpersteine putzen, daß die Sonne sich darin spiegelt, nein, Hitler hielt auch bundesweit, also reichsweit, eine Volksabstimmung zur bisherigen Politik ab und seither weigern sich deutsche Demokraten, Volksabstimmungen reichsweit, ähm, bundesweit, durchführen zu lassen, man weiß ja nie, was am Ende dabei herauskommt.

Den Hitler, jedoch, übler Diktator der er war, fochten solche Bedenken nicht an und auch, wenn, wie man heute weiß, alle Abstimmenden bei Todesstrafe gezwungen wurden, mit JA zur Politik des damaligen Reichskanzlers zu stimmen, votierten von 43425529 Wählern (43 Millionen)  2052100 ( Zweimillionen, also 4,7 Prozent) mit Nein, die kamen dann, fragt Eure Lehrer, umgehend ins Konzentrationslager, wo sie zügig  erschossen wurden.

Demokraten hingegen haben solchen Schmus nicht nötig, das heißt, sich politisch legitimieren zu lassen, alleine, daß sie irgendwann mal mit einigen Prozent Stimmenanteil einen Sitz im Bundestag ergatterten, deckt nach ihrer Vorstellung sämtliche Schandtaten, die sie im Verlaufe der Legislaturperiode begehen, das ist der Vorteil einer parlamentarischen Demokratie, weswegen wir auch alle so an ihr hängen. Und ja, einigen lieben mangels Frauen sogar das Grundgesetz und hoffen, mit diesem Bekenntnis, für besonders mustergültige Demokraten gehalten zu werden. Schwamm drüber.

Am 11. November 1933, in Vorbereitung der Reichstagswahl und der Volksabstimmung, veröffentlicht die *Freiburger Zeitung* die Rede des Reichskanzlers vor Arbeitern, der Blogwart zitiert voller Abscheu einige willkürlich ausgewählte Passagen und enthält sich jeden weiteren Kommentars.

Wahlerfolg

Erst als ich nach Kriegsende sah, daß die politische Führung nicht hielt, was sie der Nation versprochen hatte, sondern daß das Gegenteil kam, da ging ich in das Volk hinein, habe selbst mit Arbeitern gewirkt und habe eine Bewegung gegründet aus der eigenen Überzeugung heraus, daß die Meinung, man könne durch den Kampf der Klassen das Schicksal auch nur einer Klasse bessern, ein Irrtum ist. Wir haben diesen Irrtum im Großen gesehen, auch in der ganzen Welt erlebt, am deutlichsten im Friedensvertrag von Versailles.

Dieser Vertrag baut sich auf zwei grundfalschen Thesen auf. Erstens: der Ausgang eines Krieges, in dem es natürlich immer Sieger und Verlierer geben muß, könne für ewige Zeiten nun die geltende Rechtsnorm im Völkerleben sein, d.h. es könne für immer der Sieger im Recht sein und der Besiegte der Rechtlose. Das ist eine unmögliche These, auf die man keine Völkergemeinschaft aufbauen kann. Die zweite These, die ebenso falsch ist, ist die, zu glauben, es gehe einem Volke um so besser, je schlechter es dem anderen geht. Ein ungeheurer Irrtum?

Diese beiden Thesen, die dem Vertrage von Versailles zu Grunde gelegt worden sind, haben sich in einer verheerenden Weise ausgewirkt, nicht nur für das deutsche, sondern auch für die anderen Völker. Die Welt ist nicht befriedet worden, …, die Welt ist im Gegenteil in immer neue Händel und Hader gestürzt worden.

Und genau so unsinnig war der zweite Gedanke, die Wirtschaft eines großen Volkes auf der einen Seite mit unerträglichen Lasten zu beladen und sie auf der anderen Seite zu zerstören, ihr alle Möglichkeiten abzuschneiden. Wir haben dann erlebt, daß Deutschland, um seine wirtschaftlichen Verpflichtungen zu erfüllen, gezwungen war, sich unter allen Bedingungen auf den Exportmarkt zu werfen und daß der verschärfte internationale Konkurrenzkampf begann, daß die politische Schuld allmählich verwandelt wurde in eine wirtschaftliche Schuld und der Zinsendienst genau dieselben Folgen zeitigte wie der Kontributionsdienst vorher. Wir haben erlebt, wie die Rationalisierung kam, wie man Millionen Menschen einsparte, immer nur getrieben von dem Gedanken: wir müssen exportieren, um jeden Preis, um Devisen zu beschaffen. Der Binnenmarkt ist dadurch allmählich zerstört worden und die Millionenarmee von Erwerbslosen entstanden….

Ich war damals im Jahre 1919 überzeugt, daß über alle Klassen hinweg das Volk sich selbst wieder zusammenfinden muß. Es war natürlich, daß sich dagegen viele Interessenten wenden würden; es war verständlich, daß die Organisationen, die die Klassen bildeten, sich dagegen sträuben würden. Man kann aber nicht das Volk zugrunde gehen lassen, weil diese Organisationen leben wollen, denn ein Volk lebt nicht für Theorien, nicht für Programme, auch nicht für Organisationen, sondern alle diese haben dem Leben des Volkes zu dienen.

Und heute erleben wir, daß auch der Völkerstreit untereinander gepflegt wird von ganz bestimmten Interessenten. Es ist eine wurzellose internationale Klique, die die Völker gegeneinander hetzt. Es sind das Menschen, die überall und nirgendwo einen Boden haben, auf dem sie gewachsen sind, sondern die heute in Berlin leben, morgen in Brüssel sein können, übermorgen in Paris und dann wieder in Prag oder Wien oder in London und die sich überall zu Hause fühlen. Sie können überall ihre Geschäfte tätigen aber das Volk kann ihnen nicht nachfolgen, das Volk ist ja gekettet an seinen Boden, ist gebunden an seine Heimat, ist gebunden an die Lebensmöglichkeiten seines Staates, der Nation. Der Bauer ist auf seinem Boden festgesetzt, der Arbeiter an seinem Werk.  …

Ich habe … nicht eine Maßnahme getroffen, die irgendeinen Staatsmann beleidigen oder ein Volk verletzen konnte. Im Gegenteil: In diesen neun Monaten erklärte ich immer wieder: Die Völker müssen wieder vernünftig werden und sich nicht von einer kleinen Clique internationaler Menschen gegeneinander verhetzen lassen. Ich erklärte, das deutsche Volk hat nur den einen Wunsch, nach seiner Fasson selig zu werden, man solle uns in Ruhe lassen. Wir mischen uns nicht in die Angelegenheiten anderer ein, und sie sollen sich nicht in unsere einmischen. …

Wir wollen Frieden und Verständigung, nichts anders. Wir wollen unseren früheren Gegnern die Hand geben! … Man sagt, Ihr meint es nicht ehrlich. Ich sage: Was soll ich denn tun, daß ihr uns glaubt? … ich glaube, in einer solchen Zeit muß man sehr hart sein und darf vor allem von seinem Recht keinen Zentimeter abweichen. Ich bin der Überzeugung, daß alle Probleme des Lebens, wenn verschiedene Partner in Erscheinung treten, nur gelöst werden können, wenn diese Partner gleichberechtigt sind. … Es geht nicht an, daß ein Volk alle Rechte hat und das andere Volk hat überhaupt kein Recht.

Wenn irgendetwas den Frieden erschüttert und Unfrieden erzeugt, dann ist es eine solche ungleiche Verteilung des Rechts im Leben des Einzelnen sowohl auch im Völkerleben. Und ich würde ein Lügner werden am deutschen Volk, wenn ich ihm eine wirtschaftliche Verbesserung seiner Lage versprechen wollte, ohne zugleich seine Gleichberechtigung in der Welt zu fordern. Das eine geht nicht ohne das andere. …

Wenn die Welt diktieren will, dann ohne meine Unterschrift. Und wenn die Welt sagt, wir sind dazu gezwungen, weil wir euch nicht trauen können? Wieso? Wann hat das deutsche Volk jemals sein Wort gebrochen? Es hat leider meist sein Wort zu hartnäckig und allzu treu gehalten. …

Wir protestieren dagegen, daß man den Charakter eines Volkes nach seinen Emigranten beurteilen will. Wir beurteilen die anderen Völker auch nicht nach denen, die bei uns über ihren Staat schimpfen. Wir beleidigen nicht Engländer und Franzosen nach irgendeinem Hergelaufenen, der hier genau so wenig zu Hause ist, wie vorher in Paris und morgen in London. Das sind nicht die wertvollen Elemente einer Nation. Wertvoll sind die, die da sind. Die Arbeitenden und die Schaffenden, nicht die internationalen Zigeuner. … Viele Jahre hindurch hat das Ausland damit gerechnet, in Deutschland Verbündete zu haben. Erst waren es charakterlose Fürsten, die eiskalt ihre Völker verrieten, dann sind es die Parteien gewesen. Immer haben sie Verbündete gehabt. Jetzt will ich den Gegnern zeigen, daß wir heute keine Verbündeten  in Deutschland haben. Was heute sich verbunden fühlt, ist das deutsche Volk. …

Und genau so bitte ich Sie auch: Treten Sie ein für den Begriff des gleichen Rechts, so wie sie selbst kämpfen mußten und gekämpft haben für das eigene Recht als deutsche Arbeiter. Genau so müssen wir heute kämpfen für das Lebensrecht unseres ganzen volkes, müssen eintreten dafür und dürfen nicht selbst unsere Ehre, unser gleiches Recht preisgeben. Daher müssen Sie meinen Entschluß verstehen, wenn ich den hohen internationalen Mächten nun erkläre: Wir sind gerne bereit, an jeder Konferenz mitzuwirken, wir sind gerne bereit an jedem internationalen Vertrag mitzuwirken – aber immer nur als Gleichberechtigte!

Wenn ich euch auffordere, am 12. November einzutreten, Mann für Mann, für mich zu stimmen, für diesen Entschluß, für diesen Reichstag, so könnt ihr nicht sagen, das brauchst du. Ich brauche das persönlich wirklich nicht. Ich habe noch für 8 1/2 Jahre Generalvollmacht. Ich stehe fest. Nicht ich brauche es, das deutsche Volk braucht es, ihr selbst braucht es. Eure Arbeit braucht es. Ihr werdet jetzt vor die Welt treten mit mir und hinter mir und feierlich erklären: Wir wollen nichts anderes als Frieden. Wir wollen nichts anderes als Ruhe. Wir wollen nichts anderes als uns unseren Aufgaben widmen. Wir wollen unser gleiches Recht und lassen uns nicht unsere Ehre von irgend jemand nehmen.

Wenn wir das am 12. November tun und wenn die ganze Nation ihre Pflicht erfüllt, dann wird damit zum erstenmal vielleicht in der deutschen Geschichte der ganzen Welt klar, daß sie nun anders mit uns verkehren muß, daß sie nicht mehr hoffen kann auf unsere Uneinigkeit und Zersplitterung, daß sie sich abfinden muß mit dem was ist, nämlich mit dem deutschen Volk. *Zitat Ende*

Bild: Wäre es 1933 möglich gewesen, sich dem öffentlichen Druck nicht zu beugen und nach Fernbleiben von der Abstimmung oder einer „Nein“ – Stimme ohne das Abzeichen „Ja“ sich auf der Straße sehen zu lassen? Sicher. So kann man nur raten, was zu diesem Wahlergebnis führte. Keinesfalls jedoch eine Übereinstimmung mit Worten oder Maßnahmen der Regierung Hitler. So viel steht fest.


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