Posts Tagged 'Vor 100 Jahren'

Hundstage in Berlin

Hundstage in Berlin 1914 Eins

Hundstage in Berlin 1914 Zwei

*Das interessante Blatt 30.07.1914* … Da hat nun Berlin eine nachahmenswerte Neuerung durch eine Plantschwiese im neuen Schillerpark. In Mitte dieses großen Volksparks zwischen gepflegten Anlagen, hängenden Weidenzweigen, schlanken Birkenstämmen, glitzert der Spiegel eines kleinen Sees auf, desse Wasserfläche bis zu 50 cm über dem ausbetonierten Boden steht. Das ist ein Kinderbad von idealer Beschaffenheit. Dem entspricht auch der Betrieb. Manchmal wimmelt der Teich von Kinderköpfen, dicht gedrängt wie Heringe in der Tonne. Knaben und Mädchen im Alter von 3 bis 14 Jahren tollen unter der Aufsicht verehrlicher (?) Mütter, die dabei einen kleinen Schwatz riskieren, rauchender und Männerskat dreschender Väter, auf der Plantschwiese herum. Wenn gar der Parkwächter mit dem Hydrantenschlauch heranrückt, gibt es ein fröhliches Gedränge unter der Kühlung lechzenden Jugend, die danach strebt, einen kräftigen Guß sich über den Körper rieseln zu lassen. So überwindet Jung-Berlin die Hundstage des Sommers und sind in dieser Hinsicht viel besser daran, wie Jung-Wien, dem solche Genüsse nicht geboten werden.

Die Note Österreichs an Serbien

Die Note Österreichs an Serbien 1Die Note Österreichs an Serbien 2Die Note Österreichs an Serbien 3

Auszüge durch den Blogwart: *Coburger Zeitung 25.07.1914* … die Geschichte der letzten Jahre nun, insbesondere die schmerzlichen Ereignisse des 28. Juni, haben das Vorhandensein einer subversiven Bewegung in Serbien erwiesen, deren Ziel es ist, von der österreichisch-ungarischen Monarchie gewisse Teile ihres Besitzes loszutrennen. Diese Bewegung, die unter den Augen der serbischen Regierung entstand, hat in Folge jenseits des Gebietes des Königreichs durch Akte des Terrorismus, durch Reihe von Attentaten und durch Morde Ausdruck gefunden.

Weit entfernt, die in der Erklärung vom 31. März 1909 enthaltenen formellen Verpflichtungen zu erfüllen, hat die Königliche serbische Regierung nichts getan, um diese Bewegung zu unterdrücken. Sie duldete das verbrecherische Treiben der verschiedenen gegen die Monarchie gerichteten Vereine und Vereinigungen, die schamlose Sprache der Presse, der Verherrlichung der Urheber von Attentaten und damit die subversiven Umtriebe; sie duldete eine ungesunde Propaganda im öffentlichen Unterricht und duldete schließlich alle Manifestationen, die die serbische Bevölkerung zum Hasse gegen die Monarchie und zur Verachtung ihrer Einrichtungen verleiten konnte.

Diese Duldung, deren sich die königlich serbische Regierung schuldig machte, hat noch in jenem Monat angedauert, indem die Ereignisse des 28. Juni der ganzen Welt die grauenhaften Folgen dieser Duldung zeigten. Es erhellt, daß der Anschlag und die Ausführung des Attentats vom 28. Juni, des Mordes von Serajewo, in Belgrad ausgeheckt wurde, daß die Mörder die Waffen und Bomben, mit denen sie ausgestattet waren, von serbischen Offizieren und Beamten erhielten, daß sie der „Narodna Obrama“ angehörten und daß schließlich die Beförderung der Verbrecher und ihre Waffen nach Bosnien von leitenden serbischen Grenzorganen durchgeführt wurden.

Die angeführten Ergebnisse der Untersuchung gestatten der österreichisch-ungarischen Regierung nicht, noch länger die Haltung zuwartenden Langmuts zu beobachten, die sie durch Jahre den bezeichneten Treibereien gegenüber eingenommen hat, die ihren Mittelpunkt in Belgrad haben. Diese Ereignisse legen der österreichisch-ungarischen Regierung vielmehr die Pflicht auf, den Umtrieben ein Ende zu bereiten, die eine ständige Bedrohung für die Monarchie bedeuten.

Um diesen Zweck zu erreichen, sieht sich die österreichisch-ungarische Regierung gezwungen, von der serbischen Regierung eine ofizielle Versicherung zu verlangen, daß sie die gegen Österreich-Ungarn gerichtete Propaganda verurteilt, das heißt, die Gesamtheit der Strömungen, deren Endziel es ist, von der Monarchie Gebiete loszulösen, die ihr angehören und daß sie sich verpflichtet, diese verbrecherische und terroristische Propaganda mit allen Mitteln zu unterdrücken.

Um dieser Versicherung einen feierlichen Charakter zu geben, wird die Königlich serbische Regierung auf der ersten Seite ihres ofiziellen Organs vom 26. Juli nachfolgende Erklärung veröffentlichen:

„Die Königlich serbische Regierung verurteilt die gegen Österreich-Ungarn gerichtete Propaganda, das heißt, die Gesamtheit jener Bestrebungen, deren letztes Ziel es ist, von der österreichisch-ungarischen Monarchie Gebiete loszutrennen, die ihr gehören,  und sie bedauert aufrichtig die grauenhaften Folgen dieser verbrecherischen Handlungen. Die Königlich serbische Regierung bedauert, daß serbische Offiziere und beamte an der vorgenannten Propaganda teilgenommen und damit die freundnachbarlichen Beziehungen gefährdet haben, die zu pflegen, die die Königlich serbische Regierung sich in der Erklärung vom 31. März 1909 feierlich verpflichtet hat …

Die östrreichisch-ungarische Regierung erwartet die Antwort der königlich serbischen Regierung spätestens bis Samstag, den 25. Juli, nachmittags 6 Uhr.

Germanendämmerung

Menschen 1914*Coburger Zeitung 24.07.1914* Germanendämmerung. Im „Heimatgarten“ schreibt Peter Rosegger: „Norwegen und Schweden galten bisher als die reinsten Germanenländer. Man trieb hauptsächlich Landwirtschaft und Fischfang. Nun tuts das nicht mehr, wie man hört. Die Skandinavier brauchen Geld, sie führen in ihren Ländern die Industrie ein. Sie eröffnen neue Bergwerke und bauen Fabriken. Aber nun haben sie zu wenig Leute. Es wohnt sich zwar viel behaglicher und schöner, wenn das Land nicht zu dicht bevölkert ist … Aber jetzt soll die Industrie mit den Proletariern kommen. Von aller Herren Länder sucht man Arbeiter herbeizuziehen, die sich in ihrer Art festsetzen und aus dem alten Idyll ein neues Infernal machen. Es wird Reichtum geben, wenn sie ihr reines Germanenblut für Geld verkaufen.“

Im „Türmer“, wo diese Worte Roseggers abgedruckt werden, wird von der Schriftleitung dann noch hinzugefügt: „Werden uns solche Betrachtungen nicht erst recht durch die Rasseentwicklung im Deutschen Reiche aufgedrängt? Die Skandinavier schicken sich erst an, den Weg zu beschreiten, wir aber sind schon ein gut Stück auf ihn fortgeschritten, und nichts deutet darauf hin, daß wir ihn nicht weiter gehen werden – bis zum Ende … Germanendämmerung!“

Coburg 23. Juli. Die Wiener „Reichspost“ meldet aus London: Durch königliche Ordre wird die probe-mobilisierte Kriegsflotte bis zum 15. August im verstärkten Bemannungszustand belassen.

Die serbischen Rüstungen. Trotz serbischen Dementis sind die fortdauernden Kriegsvorbereitungen Serbiens Tatsache. Unausgesetzt treffen Militärzüge mit einberufenen Reservisten aus dem Inneren des Landes in Belgrad ein. Ebenso ist zu berichten, daß König Peter die Regierungsgewalt und den militärischen Oberbefehl an den Kronprinzen Alexander übergeben hat.

Österreich und Serbien. Über den Inhalt der österreichischen Forderungen erhält die „Voss. Ztg.“ aus Wien Mitteilungen. Darnach soll die serbische Regierung aufgefordert werden, den „Slowenski Jug“, den „Naradna Odbrani“, dann den serbischen Bruderbund und den serbischen Schwesterbund die die „Omladina“, die sich sämtlich mit großserbischer Propaganda befassen, aufzulösen und die Neubildung ähnlicher Vereine für die Zukunft nicht mehr zu gestatten.

Die serbische Regierung hatte bereits im Jahre 1900 die Auflösung des „Slowenski Jug“ amtlich versprochen; trotz dieser Erklärung bestand aber der Klub weiter. … (Kürzung durch den Blogwart)

 

Weswegen wir Afrika dankbar sind

Wichtige schwarzafrikanische Erfindungen 1914Bild: Anzeige vom 20.07.1914. Hier sehen wir komplexe Maschinen und Apparaturen, die uns die Kamerun – und Südwestafrikaneger entwickelten. Ohne die könnten wir heute nicht einmal Bier trinken. Gut, das war gelogen, so, wie die Aussage, Schwarze, die hervorragend Laufen oder Springen können, aber nicht für die Zukunft planen und handeln, würden unsere Gesellschaft irgendwie bereichern. Aber eine Lüge mehr oder weniger. Was macht das schon?

*Freiburger Zeitung vom 20.07.1914* Zur Verurteilung des Zeichners Waltz schreibt die Südd. Reichskorrespondenz: Das Reichsgericht verurteilte den Zeichner Waltz aus Kolmar, bekannt unter dem Decknamen Hansi, letzte Woche wegen Aufreizung zum Klassenhass und Beleidigung zu einem Jahr Gefängnis. Wir treten dem Urteil des Reichsgerichts bei, daß die Gesamttendenz des Buches darin sieht, zwei Bevölkerungsklassen, die eingesessenen Elsässer und die Eingewanderten so zum Haß gegeneinander anzustacheln, daß dadurch der öffentliche Friede gestört werde. Die weitere Bedeutung des Buches liegt darin, daß durch eine einseitige, ungemein gehässige Darstellung in Frankreich der Eindruck erweckt werden sollte, daß Elsaß Lothringen unter einem schweren Joch seufze und nichts sehlicher wünsche, wie die baldige Befreiung durch Frankreich. Es wurde in dem Buch Frankreich zum Revanchekrieg direkt aufgereizt. …(durch den Blogwart gekürzt) …

Das Urteil gegen Waltz dürfte für verschiedene seiner Gesinnungsgenossen eine Warnung sein. Wenn man die publizistischen Erzeugnisse gewisser Politiker zusammenstellt, so käme man zur Überzeugung, daß sie in ihrer Gesamtwirkung dem von Waltz erstrebten nicht viel nachstehen. Typisch für alle diese Politiker ist, daß sie nie den Mut haben, für ihre Reden und Taten einzustehen. …. (Hervorhebung und Kürzung durch den Blogwart.)

 

Verbot jüdischer Einwanderung aus Galizien

Adlerwerke*Coburger Zeitung vom 18.07.1914* Köln, 16. Juli. Verbot jüdischer Einwanderung aus Galizien. Nach einer ministeriellen Anordnung, die Erhebungen über die Einwanderung galizischer und russischer Juden angestellt hat, soll in den Städten des rheinischen Industriebezirks zukünftig die Niederlassung von jüdischen Alttrödlern und Händlern nicht mehr gestattet werden. Bereits anwesende Juden sollen ausgewiesen werden.

*Coburger Zeitung vom 19.07.1914* Welcher Schaden entsteht durch Spionage? Durch die Verrätereien des Feldwebels Pohl, der zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist, ist der Heeresverwaltung ein Schaden von einigen hunderttausend Mark entstanden. Die Festungswerke von Pillau und Boyen, die der Feind nunmehr genau kennt, müssen vollkommen umgebaut werden, sie sind in ihrem jetzigen Zustand vollständig entwertet.

Luftkreuzer „Z. 4“ in russischem Gewehrfeuer. Aus Neidenburg im Kreise Allstein wird gemeldet: Am Dienstag traf der Luftkreuzer „Z. 4“ auf seinen Übungsfahrten im Kreise Neidenburg ein. Er hielt seinen Kurs neben der russischen Grenze, und muß dann in der Richtung auf Piotrowitz über die russische Grenze geraten sein. Die russischen Grenzsoldaten beschossen den Zeppelinkreuzer, trafen ihn aber nicht. Der „Z. 4“ änderte daraufhin seinen Kurs und flog über Neidenburg  nach Allenstein zurück. „Z. 4“, der sich seit etwa Jahresfrist im Besitz der preußischen Militärbehörde befindet, ist dasselbe Luftschiff, das am 3. April vorigen Jahres in Lunèville jenseits der französischen Grenze landen mußte.

Der Blogwart meint, wenn Aids – Aktivisten an Bord des „Z. 4“ gewesen wären, hätte der Vorfall ernste Konsequenzen haben können müssen. Auf die zu schiessen wäre nämlich in höchstem Grade verwerflich, unmoralisch und verachtenswert.

Gestern haben sie den Willy erschlagen

TerroropferNaja, eigentlich nicht den Willy, sondern den Thronnachfolger der Doppelmonarchie Österreich – Ungarn, derselbe, der den greisen Kaiser ablösen sollte. Und es geschah auch nicht gestern, sondern bereits am 23. Juni 1914. Täter war ein Serbe. Dieser brachte nicht nur den hohen Staatsgast um, sondern auch gleich seine Frau und sollte die Österreicher zum Krieg gegen Serbien provozieren. Der serbische Staat genoß zu diesem Zeitpunkt russische Rückendeckung und die Russen standen in Allianz mit Frankreich.

Ohne den Rückhalt des russischen Staates hätte es Serbien nie gewagt, Österreich – Ungarn herauszufordern, das nun nur noch eine Option hatte, auf dieses ungeheuerliche Verbrechen zu reagieren.

Wie die Vereinigten Staaten von Amerika auf den 11. September. Von dem manche Menschen meinen, der Anschlag, bei dem über 1000 Menschen den Tod fanden, wäre von der US – Regierung selbst inszeniert. Wie auch immer, die Medien berichten und die Volksseele kochte hoch. So etwas kann kein Staat hinnehmen, außer der Merkel – Staat, ohne sein Gesicht in der Welt zu verlieren. Gesichtsverlust heißt, der Staat gilt nichts mehr und man kann mit ihm machen, was man will. Er steht da, wie Preussen, kurz vor Jena und Auerstedt 1806.

Das sollten die Schlaumeier bedenken, die immer noch glauben, es hätte eine Möglichkeit gegeben, den Ersten Weltkrieg zu verhindern, in dessen Ergebnis das Schanddiktat von Versailles stand, das mit seinen Auswirkungen auf das Deutsche Volk direkt zu Adolf Hitler führte. Und wenn es heißt, was interessieren uns die alten kamellen, dann sollte sich jedermann überlegen, daß die Lügen, die die „Kriegssieger“ über die Kriegsschuld verbreiteten, heute immer noch nachwirken in den Handlungen der Deutschen.

Wenn diese „Bunt statt Braun“ oder „Kein Bier“ und „Kein Bett für Nazis“ zelebrieren. Der Wille Rußlands, Frankreichs, Englands und Serbiens zum Ersten Weltkrieg, führte 21 Jahre nach seinem Ende direkt in das nächste Massenmorden und die Allianzen waren fast dieselben. Wie auch die Motive. Erst wenn man sich dessen bewußt wird, kann man aufhören, sich für etwas zu schämen, was den Deutschen förmlich aufgezwungen wurde.

Und das ist die Voraussetzung dafür, frei zu denken.

Bild: Terroropfer des serbischen Staates und des russischen Geheimdienstes. Der Krieg solte herbeigeführt werden, um jeden Preis.

WikiMANNia

Sturm der Suffragetten 1914

Gestern ist der Blogwart zufällig über WikiMANNia gestolpert. Er ahnte ja nicht, daß es schon so schlimm ist. Nach dem  Lesen einiger Artikel kommt ihm das Gebarme um die islamische Frauenunterdrückung, die westliche Männer so umtreibt, wie der Versuch vor, diese Abscheulichkeiten, wie sie bei uns praktiziert werden, auch im Ausland zu verbreiten.

Bild: 1914. Sogenannte Frauenrechtlerinnen versuchen in den Buckinghampalast einzudringen, weil ihrer Führerin, Mrs. Pankhurst, eine Audienz beim König verweigert wurde. Bis zu diesem Vorfall kamen die Damen immer ungeschoren davon, schreibt die Zeitung, *Das interessante Blatt*,  . Hier setzte die Polizei erstmalig Knüppel ein. Leider, meint der Blogwart, hat sie diese Strategie nicht beibehalten.


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