Posts Tagged 'Vor 80 Jahren'

Volksabstimmung über die Politik Hitlers 1936

Abstimmungswahlen in Deutschland, Sonntag fand in Deutschland die Wahl in den Reichstag statt, die durch einen ungeheuren Propagandafeldzug vorbereitet worden war. Das Ergebnis brachte keine Überraschungen. Die Stimmberechtigten – aktive Mitglieder der Reichswehr, Staatsfeinde und Rassenfremde –   waren von der Wahl ausgeschlossen – erhielten einen Stimmzettel mit der Überschrift „Reichstag für Frieden und Freiheit“, dem großgedruckten Namen Adolf Hitlers und den kleineren von Heß, Frick, Göring, Göbbels, rechts war ein Kreis angebracht, in dem ein Ja-Kreuz hineinzuzeichnen war. Nein-Stimmen gab es keine, wenn in einem Zettel kein Kreuz zu finden war galt er als ungültig. … (*Das interessante Blatt vom 02.04.1936)

Reichskanzler Adolf Hitler am 27.03.1936 vor den Arbeitern der Kruppwerke in Essen am 29.03.1936:

… So wie wir uns nicht einmischen in die Belange anderer Völker, so wünschen wir, daß auch die anderen unsere Grenzen und unser Gebiet respektieren. Europa gleicht einem Haus, in dem eine Anzahl von Familien wohnen. Es geht nun nicht an, daß zwei oder drei Familien sich anmaßen, dauernd in die Wohnung einer anderen hineinzureden oder gar zu bestimmen, welche Zimmer bewohnt werden dürfen und welche nicht. Das geht die anderen Mietparteien nichts an. Wir mischen uns auch nicht in die Wohnungsverhältnisse anderer Mietparteien ein. Wir gestatten den anderen ohne weiteres, ihre Wohnungen so einzurichten, wie sie es wünschen. Aber wir wollen auch, daß man uns in unserer Wohnung, in unserem Hause, das tun läßt, was uns gefällt. Wenn jemand behauptet, das gehe gegen die Interessen der anderen, so kann ich nur eine Antwort geben:

In unserem Haus habt ihr nichts zu sagen, da haben nur wir zu bestimmen. Wir wollen keine Interessen in irgendeinem anderen Staate haben. Genauso müssen wir es uns aber verbitten, daß andere Interessen in Deutschland zu haben glauben.

Ich habe keinen Fuß auf fremdes Gebiet gesetzt. Ich habe keinem Volk etwas weggenommen. Ich bin nicht in ein fremdes Haus eingebrochen! Ich habe niemandem etwas gestohlen! Niemand hat das Recht, sich zum Richter aufzuwerfen in einer Angelegenheit, die nur allein mein deutsches Volk angeht.

Mein Volk ist mein Richter, in einer deutschen Sache, kein internationales Recht!

Deutsches Volk! Sieh das Große und das Gesamte der letzten drei Jahre! Sei gerecht! Hast du, wenn du ein anständiger Deutscher bist, Grund, dich der letzten drei Jahre vor dem deutschen Volk, vor der Geschichte und vor der Nachwelt zu schämen? Oder hast du nicht am Ende doch Grund, jetzt wieder einmal stolz zu sein?

Der Welt unterstelle ich mich nicht; denn sie kann mich nicht richten! Nur dir unterwerfe ich mich, deutsches Volk! Urteile Du über mich! Gib du ein Bekenntnis ab, ob du meine Arbeit für richtig hälst, ob du glaubst, daß ich fleißig gearbeit habe, daß ich mich in diesen Jahren für dich eingesetzt habe, daß ich meine Zeit anständig verwendete im Dienst dieses Volkes.

Gib du jetzt deine Stimme ab! Wenn Ja, dann tritt für mich ein, so wie ich für dich eingetreten bin. Ich will gar keinen anderen Lohn als deine Zustimmung. Das macht mich selbst auch wieder stark. Dann kann ich vor die andere Welt hintreten und kann jedem sagen: Ob ihr im Namen eurer Völker sprecht, weiß ich nicht, aber ihr könnt nicht bestreiten, daß ich in meinem Namen hier rede! Erwarten Sie nun nicht, daß ich dem Namen meines Volkes Schande bereite, daß ich feige und ehrlos werde! Muten Sie mir das nicht zu! Ich werde für mein Volk kämpfen, anständig und aufrichtg, jederzeit zum Frieden bereit und stets entschlossen, seine Rechte und Interessen zu vertreten. *Freiburger Zeitung vom 28.03.1936*

Vorläufig amtliches Endergebnis 29.03.1936

Vorläufiges amtliches Energebnis: Wahlbeteiligung 99 Prozent – 44,5 Millionen gleich 99 Prozent Stimmen für die Liste und damit für den Führer. DRB. Berlin. 30. März. Nach den bis 2.20 Uhr morgens beim Reichswahlleiter vorliegenden vorläufigen Endergebnissen aus den 35 Wahlkreisen haben von 45431102 Stimmberechtigten 44954937, das sind 99 v. H., an der Wahl teilgenommen. Von den 44954937 Stimmen wurden abgegeben: 1. Für die Liste und damit für den Führer 44411911 2. Gegen die Liste und ungültig 543026. Es sind somit 99v. H. aller Stimmen für die Liste und damit für den Führer abgegeben worden.

Das deutsche Volk hat damit eine Einmütigkeit bekundet, wie sie in einer so grandiosen Geschlossenheit noch niemals in der Geschichte ein Volk bekundet hat. …

Der Blogwart meint: Wenn man mal vom Ausschluß der aktiven Reichswehrmitglieder, der Staatsfeinde und der Rassenfremden von der Wahl absieht, wenn man weiterhin berücksichtigt, daß es sich lediglich um eine Zustimmungswahl handelt, die auszurichten, Hitler nicht nötig gehabt hätte, dann handelt es sich, wenn man das Wahlergebnis betrachtet, um einen überwältigenden Vertrauensbeweis durch das deutsche Volk, das in der Wahlkabine seinen Protest hätte ausdrücken können. Es aber nicht getan hat. Bis auf das eine Prozent. Und da war er erst 3 Jahre an der Regierung.

Demokraten haben so etwas aber nicht nötig. Sogar deutliche Stimmverluste bei Wahlen sind für sie der überzeugende Beweis, daß ihr Kurs richtig und alternativlos ist.

400 Flugzeuge über London

Morgenlied der Lerche*Freiburger Zeitung 23.07.1934* 400 Flugzeuge über London. Die großen Luftangriffe auf London, die in den diesjährigen Manövern der englischen Luftstreitkräfte vorgesehen sind werden am Montag beginnen und eine ganze Woche über andauern. Der Zweck dieses „Luftkrieges“, der unter der Leitung des Luftmarschalls Sir Brooke-Poham steht, ist, die Wirksamkeit des Londoner Luftschutzes zu erproben. Aus diesem Grund wird von der Annahme ausgegangen, daß London, die Hauptstadt von „Nordland“, durch von „Südland“ , d.h., der englischen Süd- und Südostküste, her kommendeBombenflugzeuge angegriffen wird. Nordland setzt zur Abwehr der herannahenden Bombengeschwader Jagdflugzeuge und die sonstigen zum Londoner Luftschutz gehörigen Spezialtruppen, wie Flak-Batterien, Abhör-Apparate, Scheinwerfer-Bataillone sowie das aus freiwilligen Londoner Bürger bestehende „Beobachter-Korps“  ein.

Insgesamt werden an den Übungen, die jede Nacht von 6 Uhr abends bis 9 Uhr morgens stattfinden werden, rund 400 Flugzeuge teilnehmen. Den Bombenflugzeugen sind bestimmte Ziele innerhalb der Hauptstadt, hervorragende Gebäude, Ministerien, Hafenanlagen, Militärdepots, große Fabriken usw. zugewiesen worden, die sie aus verschiedenen Höhen zwischen 500 und 3500 Meter natürlich nur theoretisch – mit Bomben zu belegen haben. … (Vom Blogwart gekürzt.)

Bild: Morgenlied der Lerche von Jules Breton. Wurde 1934 zum populärsten Bild Amerikas gewählt.

Unsere Pioniergebote

Ein deutscher Junge*Freiburger Zeitung 22.07.1934* (Kinderseite)  Ein deutscher Junge. Ein deutscher Junge tut stets seine Pflicht, erfüllt getreu, was ihm ward aufgetragen, läßt sich zu schlechter Tat verleiten nicht und wird stets frank und frei die Wahrheit sagen.

Ein deutscher Junge kennt das Fürchten nicht. Greift man ihn an, so setzt er sich zur Wehre, schaut jedem frei und offen ins Gesicht und macht dem deutschen Namen immer Ehre.

Ein deutscher Junge ist ein Kamerad, auf den ein jeder fest kann sich verlassen; greift zu wo`s  nottut, hilft mit Rat und Tat, teilt Leid und Freud mit andern gleichermaßen.

Ein deutscher Junge ist mit Sport vertraut, der ihm gesund erhält die jungen Glieder, und wenn beim Wandern er die Heimat schaut, dann jubeln ihr entgegen seine Lieder.  Olga Michelet.Ein deutsches MädelEin Deutsches Mädel.  Ein deutsches Mädel tut stets seine Pflicht, wie sie von ihm gefordert wird im Leben. Ein deutsches Mädel hält, was es verspricht und wird der Wahrheit stets die Ehre geben.

Ein deutsches Mädel geht in deutscher Tracht und mag sich gern im deutschen Reigen schwingen; ist fleißig auf gesunden Sport bedacht und kann so hell wie eine Lerche singen.

Ein deutsches Mädel hält auf Sauberkeit, ist ordnungsliebend, einfach und bescheiden; weiß nichts von Ziererei und Eitelkeit und mag den Neid und bösen Klatsch nicht leiden.

Ein deutsches Mädel Kameradschaft hält; wird nicht erst viel nach Rang und Stande fragen. Es achtet Treue mehr als Gut und Geld und wird gemeinsam Leid und Freude tragen. Olga Michelt.

Der Blogwart meint: Das sind also die verabscheuungswürdigen Werte, die das NS – Regime in die arglosen Kinderhirne pflanzen will. Abscheulich. nicht wahr? Und daß sich ein deutscher Junge zur Wehre setzt, wird er angegriffen, das hat ja, wie wir wissen, nach Auschwitz geführt.

Vor 80 Jahren

Chlorodont*Freiburger Zeitung vom 09.07.1939* Verheerende Waldbrände. Kottbus, 8. Juli. In einer Schonung bei Groß-Kölzig brach Samstag Mittag ein Brand aus, der sich bei dem herrschenden starken Wind in dem trockenen Gelände über eine Strecke von mehreren Kilometern ausdehnte. Die Flammen wurden in Richtung Friedrichshain – Döbern getrieben. Die gesamte Einwohnerschaft von Döbern ist zur Unterstützung der Feuerwehr gerufen worden. Aus den umliegenden Orten ist alles mit Schippe und Spaten unterwegs, um an der Bekämpfung des Brandes mitzuwirken. Die Ortschaft Döbern war zeitweise auch bedroht, da der Wind die Flammen bis an die angelegenen Gehöfte herangetragen hatte.

In der Nähe von Grieß-Taubendorf brach ebenfalls infolge der Trockenheit in den fiskalischen Hochwäldern ein Brand aus. Zur Bekämpfung waren außer den Feuerwehren aus den umliegenden Ortschaften die SA, der Arbeitsdienst und die gesamte Einwohnerschaft herangezogen worden. Der Brand erstreckte sich auf eine Länge von 10 Kilometer und auf eine Breite von 4 Kilometer. Er reichte fast bis an die bahnstrecke Forst-Guben heran. Nach langen Bemühungen gelang es, die Gewalt des fEuers zu brechen. Eine starke Brandwache überwacht das bedroht Gelände.

Eine Richtigstellung. Berlin, 7. Juli. Wie eine Reihe von Anfragen beweist, sind durch eine verkürzte Wiedergabe der Rede, die Reichsminister Dr. Goebbels am Sonntag, 24. Juni, auf dem Essener Gauparteitag hielt, hier und da Mißverständnisse entstanden. … gibt das deutsche Nachrichtenbüro den in Frage stehenden Passus dieser Rede unverkürzt wieder.

„Wir haben bei den Reaktionären verschiedene Erscheinungsformen festzustellen, in denen Sie aufzutreten pflegen. Sie tarnen sich meistens; sie treten, ohne intelligent zu sein, als Intellektuelle auf; ohne den Bedürfnissen des Tages zu dienen, sind sie Journalisten; ohne die Kirche zu verteidigen, tragen sie geistliches Gewand, und hier und da benützen sie den Titel des Reserveoffiziers, ohne in Wirklichkeit etwas mit Soldatentum oder Offizier zu tun haben. Die breite Masse der zu diesem Stande Gehörigen lehnt solche Abtrünnlinge ab und weist es weit von sich, mit ihnen in einem Atem genannt zu werden. Man muß ein gutes Auge haben, um diese Menschen zu erkennen. Es sind ganz kleine, bedeutungslose Cliquen, und es wäre absolut falsch, wenn der Nationalsozialismus sich mit ihnen auseinandersetzte. Er muß sich über sie mit dem Volk auseinandersetzen.“ …

(Vom Blogwart gekürzt.)

(„Gollum, Gollum!“) Furchtbarer Selbstmord. Kattowitz, 7. Juli. Ein Angestellter der Eisengießerei Krolwska verübte in Gegenwart seines Vaters und zahlreicher Arbeiter Selbstmord, in dem er sich in einen mit flüssigem Eisen gefüllten Behälter stürzte.  Von dem Unglückseligen konnten lediglich einige verkohlte Knochen geborgen werden.

 

Die Geheime Staatspolizei greift durch

KalodontVon einem Beispiel an Civilcourage, tatsächlicher, nicht nur eingebildeter, wie sie die heutigen Gutmenschen pflegen, um sich dann mit Courageorden behängen zu lassen, berichtet die *Freiburger Zeitung vom 04.07.1934*

Die Geheime Staatspolizei greift durch. ** Karlruhe 2. Juli. Das Geheime Staatspolizeiamt meldet: Auf Veranlassung des Geh. Staatspolizeiamts  wurde durch den Herrn Innenminister am Samstag, 30. Juni, der Stadtpfarrer Deppisch von Osterburken in Schutzhaft genommen. Stadtpfarrer Deppisch hat in zahlreichen Äußerungen dritten Personen gegenüber eine Meinung an den Tag gelegt, die eines Seelsorgers und eines Deutschen unwürdig ist. Unter anderem erklärte er, daß alle Katholiken des Saargebietes für Frankreich stimmen würden, die gesamte SA sei beurlaubt bis August, das bedeute Krieg. An Pfingsten erklärte Deppisch von der Kanzel herab, daß das schönste Pfingstgeschenk für den Papst die österreichische verfassung wäre. Diese verfassung sei für die KIrche der Idealstaat. Die Predigt leitete Deppisch mit den Worten ein: „Ich predige heute nicht vom Geiste Lenins oder Potsdams oder von einem Geiste, wovon soviel geredet wird, heute predige ich vom Pfingstgeist und der wird siegen.“

Stadtpfarrer Deppisch, der früher als eifriger Zentrumsmann bekannt war , glaubt, seine hetzerische Tätigkeit wieder verstärkt aufnehmen zu können und hat es verstanden, vorwiegend die weibliche bevölkerung Osterburkens gegen den deutschen Staat und die NSDAP aufzuwiegeln. Nach bekanntgabe der Festnahme versammelten sich Teile der durch Stadtpfarrer Deppisch seit Monaten mit allen Mitteln zentrümlicher Rabulistik verhetzten Bevölkerung, um ihren Protest gegen die Festnahme kundzutun. Gendarmerie und rasch herbeieilende SA-Männer räumten den Marktplatz und stellten in wenigen Minuten die Ordnung wieder her.

Die Folgen dieser fanatischen Wühlarbeit des Stadtpfarrers Deppisch zeigen bereits ihre Früchte bis tief hinein in das Familienleben. Denn nach der Festnahme verletzte der Vater eines Hitlerjungen diesen durch schwere Schläge, weil derselbe Mitglied der Hitlerjugend ist. Eine Mutter jagte ihr eigenes Kind aus dem Elternhaus, ebenfalls wegen dessen Zugehörigkeit zur Hitlerjugend und nannte es „Höllensohn“. Beide Jungens, die durch diesen unchristlichen neuentfachten Zentrumshaß durch die eigenen Eltern aus der Familie von Haus und Hof gestoßen wurden, konnten durch die Fürsorge und Hilfe des Gebietsführers Kemper in Karlsruhe untergebracht wurden.

Anmerkung: Danach war Oskar Deppisch bis zu seinem Tod am 18.7.1939 Pfarrer, wobei in der Zeit seiner schweren Erkrankung von Ostern 1939 bis Oktober 1939 Vikar Alexander Kramer Vertretung machte.

Bild: So wie kranke Zähne eine Gefahr für die Gesundheit sind, sind Pfarrer, die vergessen, daß Sein Reich nicht von dieser Welt ist, eine Gefahr für ihre Gemeinde oder den Staat. Wer sich nicht um das Seelenheil seiner Schäfchen kümmert, sondern lieber mit den Taliban beten will oder die Bundeswehr in neue Kriegsabenteuer hetzen, verrichtet nicht Gottes Arbeit. Sondern des Teufels. Aber das ist nur die bescheidene Meinung des Blogwarts, die nicht mit seiner privaten übereinstimmen muß.

Interessent ist auch, daß der denunzierte Pfarrer besonders die Frauen auf seiner Seite hatte, wie auch, wenn es derselbe Oskar Deppisch ist, ihn offenbar nicht die Nationalsozialisten umbrachten, sondern eine Krankheit. Es war damals auch durchaus möglich, gegen Entscheidungen der Regierung oder von Regierungsstellen zu demonstrieren, von Repressalien gegen die Deppisch – Unterstützer ist jedenfalls nichts zu lesen, außer, daß die nichtgenehmigte Versammlung zerstreut wurde.

Der Führer ist groß in Güte und Härte

Röhm PutschBild: *Die Freiburger Zeitung vom 02.07.1934* hat als Aufmacher den sogenannten Röhm – Putsch. In den Folgejahren kann man durchaus verzeichnen, daß es keine Listen von mißliebigen Personen gibt, wie unter Stalin, die, um einer Laune wegen,  des Nachts abgeholt  und erschossen werden, weil es notwendig ist, die Menschen in Angst und Schrecken zu halten. Aber, sagt der Blogwart, Stalin zählt ja auch zu den Guten.

Erschwerend kommt schlimme Homophobie hinzu:

… Der Führer begab sich mit wenigen Begleitern persönlich nach Wiessee, um dort jeden Versuch eines Widerstandes im Keime zu ersticken. Die Durchführung der Verhaftung zeigte moralisch so traurige Bilder, daß jede Spur von Mitleid schwinden mußte. Einige dieser SA – Führer hatten Lustknaben mitgenommen. Einer wurde in einer ekelhaften Situation aufgeschreckt und verhaftet. Der Führer gab den Befehl zur rücksichtslosen Ausrottung dieser Pestbeule.

Er sei gewillt, in Zukunft nicht mehr zu dulden, daß Millionen anständiger Menschen von einzelnen krankhaft veranlagten Menschen belästigt und kompromittiert werden …

Das Urteil im Horst Wessel Prozeß

Amok*Freiburger Zeitung 15. Juni 1934* Das Urteil im Horst Wessel Prozeß Berlin, 15. Juni. Im Horst-Wessel-Prozeß wurde am Freitagnachmittag unter großer Spannung folgendes Urteil verkündet:

Die Angeklagten Gallo Epstein und Hans Ziegler werden wegen Mordes zum Tode und zu lebenslänglichem Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte Peter Stoll erhält wegen Beihilfe zum Mord siebeneinhalb Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust.

In der Begründung des Urteils führte der Vorsitzende des Berliner Schwurgerichts u. a. aus: Durch das Ergebnis der Beweisaufname ist festgestellt, daß sich die Angeklagten Epstein und Ziegler im Sinne der Anklage des gemeinschaftlichen Mordes schuldig gemacht haben. Das Gericht konnte keine Rücksicht bei Anrechnung der Strafen nehmen, die das Gericht des ersten Horst-Wessel-Prozesses im Jahre 1930 verhängt hatte. Wir hatten, so erklärte der Vorsitzende, nach dem Eindruck zu urteilen, die uns die mehrtägige Verhandlung vermittelt hat.

Sämtlichen Teilnehmern der Aktion war bekannt, daß sich der Ueberfall gegen den Sturmführer Horst Wessel richtete. Horst Wessel war es gelungen, der Kommune in diesem Bezirk erheblichen Abbruch zu tun. Es war ihm möglich, eine große Anzahl Kommunisten auf seine Seite zu ziehen und seinen Sturm zu einer machtvollen Abteilung zu machen. Während die Bevölkerung gewöhnt war, bei Schalmeienklängen einen Umzug des Roten Frontkämpferbundes zu vermuten, stellte Horst Wessel selbst eine solche Kapelle auf und zog dann an der Spitze seines Sturms durch die Gegend, die damals der hauptherd der kommunistischen Partei war. Diese Erfolge brachten ihm einen außerordentlichen Haß bei den Kommunisten ein, der sich in Drohbriefen und Ueberfällen entlud. man wollte durchaus das „Studentlein“, wie man ihn nannte, beseitigen.

Die Mittäter an der Bluttat billigten den Entschluß Ali Höhlers, auf Horst Wessel zu schießen und sind daher des Mordes schuldig. Epstein stand vor dem Mordhaus „Schmiere“, Ziegler begleitete die Haupttäter in das Haus. Auch bei dem Angeklagten Stoll hat das Gericht lange geschwankt, ob es ihn nicht auch als Mittäter ansehen solle. Wenn das Gericht ihn nur der Beihilfe als schuldig erachtete, so deshalb, weil der das gefährliche Treiben des RFB. noch nicht lange kannte und weil ihm nicht widerlegt werden konnte, daß er die Tat lediglich unterstützen wollte. Im Strafmaß ist bei Stoll berücksichtigt worden, daß er aus Not, aus Arbeitslosigkeit, in die kommunistischen Kreise geriet. Andererseits durfte die Strafe angesichts der Schwere der Tat,  nicht milder ausfallen.

Die Angeklagten folgten der Urteilsbegründung völlig zusammengebrochen und weinend.

Der Blogwart meint: Unzweifelhaft haben damals tapfere Männer, vom Stamme Epstein oder Ziegler, versucht, den Anfängen zu wehren und der blutigen Barbarei des Nationalsozialismus Einhalt zu gebieten, um der noch barbarischeren Herrschaftsform des Kommunismus Raum zu schaffen, die damals schon auf etliche Millionen Ermordeter stolz zurückblicken konnte. In der Sowjetunion. Und ganz klar war das Siegerjustiz, denn erst nach Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurden diese unmenschlichen Urteile gefällt. Interessant für den Blogwart war aber an diesem Artikel, wie erfolgreich dieser Horst-Wessel mit seiner Agitation inmitten einer Hochburg der Kommunisten gewesen sein muß, so daß er schließlich beseitigt werden mußte. Parallelen zu heutigen Überfällen auf Politiker und Aktivisten, die nicht unter die Kategorie „links“ fallen, sind im Übrigen rein zufällig und haben nichts damit zu tun, daß die Regierung Merkel ein solches Treiben wohlwolend duldet.


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