Posts Tagged 'Zeitungszeugen'



Dann sollt Ihr Makrelen essen

18 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges steht die Versorgung des Deutschen Volkes mit Nahrungsmitteln immer noch auf wackeligen Füssen. Seit 3 Jahren unterliegt Deutschland zudem einer aussenpolitischen Isolierung, die aus den Maßnahmen gegen die Juden resultieren. Der Zeitungszeuge stellt im WESTDEUTSCHEN BEOBACHTER vom 29.04.1936 den VIERJAHRESPLAN vor, mit dem Deutschland sich weitgehend von ausländischen Rohstoffen und Zulieferungen unabhängig machen will, auch soll die Lebensmittelproduktion gesteigert werden. MINISTERPRÄSIDENT Göring hält dazu eine Rede, in der er die Deutschen auf die bevorstehenden Arbeiten einschwört. Pfiffige Kommunisten werden diese Politik auch „Kanonen statt Butter“ nennen, denn die Wiederbewaffnung der Wehrmacht geht zügig weiter. 3 Jahre zuvor waren in der Sowjetunion durch Stalinsche Genialität gut 14 Millionen Menschen verhungert, was keinen LINKEN daran hindert, weiterhin von der Grossartigkeit des sozialistischen Wirtschaftssystems zu schwärmen. Görings Rede ist überschrieben mit

Wir kapitulieren nie!

8 Jahre später wird diese Losung das Deutsche Volk dazu anspornen, weiterhin eine Clique von Verbrechern an der Macht zu halten.

Fisch und Fleisch

… So beginnt also der Run auf die somalischen Fischgründe, der die Somalier noch in heutiger Zeit zwingt, Frachter und Privatyachten zu überfallen, wegen der sozialen Fischgerechtigkeit.

Hausfrauen versündigt Euch nicht!

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Frühstückslektüre

Todesanzeigen vom 26.Oktober 1936. Interessant, weil sie auch die Zeit beschreiben, in der die Menschen lebten. Die Eine stirbt nach der Geburt ihres Kindes, beim Anderen liest man von der Angst, unvorbereitet abzutreten und den Eltern des 16jährigen ist es wichtig zu schreiben, dass der Sohn wenigstens Hitlerjunge war, wenn er auch sonst noch nichts im Leben erreichen konnte.

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Opfertod des Funkers

DIE WESTFÄLISCHE LANDESZEITUNG, das amtliche Blatt der NSDAP, berichtet am 26. Oktober 1936 auch vom Untergang des holländischen Dampfers „Van Der Wijk„, desssen Schilderung sich so ganz anders liest als heutige Zeitungen. Übrigens auch anders als Reportagen vor laufender Kamera.

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Antisemitismus und Arierparagraph

Gleich mehrere Artikel zur Judenfrage bringt DIE DEUTSCHE WOCHENSCHAU vom 5. August1936. Einer davon ist dieser. Er schildert den Arierparagraphen, der die deutschen Juden vom Wahlrecht ausschliesst, wie die Mitgliedschaft in einem Verein. Ist doch gar nix Schlimmes. Oder? Wenn man nicht mehr wählen darf.

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Ölembargo

In Deutschland finden 1936 die Olympischen Winterspiele statt und wir wissen, Regimes, die die Menschenrechte so flach halten, wie das in China, die haben einfach keine Winterspiele verdient. Dennoch wird es auch die Sommerspiele geben. Und wir freuen uns darauf. In der Schweiz wurde Wilhelm Gustloff ermordet, der dortige NSDAP-Vertreter, der Mörder war ein Jude und zu Ehren Gustloffs wird ein Kraft durch Freude Dampfer benannt, den später ein sowjetisches U-Boot versenken wird, während  er Flüchtlinge vor der heranrückenden Sowjetarmee transportiert.  Wie das immer so ist, während Olympia, führt ein Land Krieg, Italien versucht Abessiniens Bodenschätze heimzuholen, wie Georgien Abchasien und Südossetien,  und bei der Lektüre des Zeitungszeugen war zu lesen, die Konzessionen hatte sich eigentlich ein englischer Geschäftsmann gesichert, der dafür der Regierung viel Geld versprach, es aber nicht zusammenkratzen konnte. England ist nun sauer auf  Italien, weil es im fremden Hinterhof herumtollt. Afrika, das eigentlich England und Frankreich unter sich aufgeteilt haben und was hat Italien da zu suchen? Ausser dem, was  England und Italien da auch suchen, aber die waren zuerst da. So einfach ist die grosse Politik, wenn von Menschenrechten geschwatzt wird. Nun ist ein Ölembargo gegen Italien im Gespräch und in den Zeitungen geistern die Varianten, was tun, wenn Italien Malta angreift, Bündnisse werden geschmiedet, gegen Italien, das rückt an Deutschland heran, der Grosse Krieg ist da, es hat ihn nur noch keiner richtig begonnen. Frankreich verbündet sich mit der Sowjetunion aber das muss eigentlich niemanden weiter beunruhigen, ausser denen, die das beunruhigend finden.

Die NEUE ZÜRICHER ZEITUNG schreibt am 07. Februar 1936:

Deutschland, Polizeilicher Mißgriff. Miss Blackett, eine politische Frauenrednerin der Konservativen Partei Englands, die sich gegenwärtig zu Studienzwecken in Deutschland aufhält, ist in München nach dem Besuch einer Versammlung der N.S.D.A.P. verhaftet worden, weil sie verbotenerweise Notizen machte und ausserdem den Hitlergruß nicht erwidert hatte. Nach einer in Polizeigewahrsam verbrachten Nacht wurde die Engländerin wieder freigelassen.

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