Archiv für Juli 2014

Wilhelm überfällt Rußland

Pippi Langstrumpf Syndrom

Sagt der Politologe Pawel Swjatenkow. Wegen Rußlands rasch gallopierenden Fortschritts. Das sind ganz neue Erkenntnisse. Meint der Blogwart. Wie die Russen 1914 aber auf deutsches Staatsgebiet gekommen sind, ob die Divisionen der zaristischen Armee sich beim Wandertag einfach verlaufen hatten, in Ostpreußen, das sagt Pawel Swjatenkow leider nicht.

Hindenburg 1914

Bild: Hindenburg. Wurde damals für die Abwehr der russischen Invasion gefeiert. Dabei war alles ganz anders. Nach russischer Lesart fiel der damalige Generaloberst über friedliche russische Wanderer her, die Botanisieren oder Schmetterlinge sammeln wollten. Allerdings in großer Zahl und bewaffnet. Und in Truppenteilen und Verbänden organisiert. Aber ist das ein Grund, auf sie zu schießen? Der Blogwart meint: Nein!

Und, fügt er hinzu, hätte der Kaiser mal bis 1924 mit seinem Überfall auf Rußland gewartet. Dann wäre Rußland bereit gewesen. Die Rote Armee stark, bestens geschult und mit modernster Technik ausgerüstet. Oder bis 1941.

Hundstage in Berlin

Hundstage in Berlin 1914 Eins

Hundstage in Berlin 1914 Zwei

*Das interessante Blatt 30.07.1914* … Da hat nun Berlin eine nachahmenswerte Neuerung durch eine Plantschwiese im neuen Schillerpark. In Mitte dieses großen Volksparks zwischen gepflegten Anlagen, hängenden Weidenzweigen, schlanken Birkenstämmen, glitzert der Spiegel eines kleinen Sees auf, desse Wasserfläche bis zu 50 cm über dem ausbetonierten Boden steht. Das ist ein Kinderbad von idealer Beschaffenheit. Dem entspricht auch der Betrieb. Manchmal wimmelt der Teich von Kinderköpfen, dicht gedrängt wie Heringe in der Tonne. Knaben und Mädchen im Alter von 3 bis 14 Jahren tollen unter der Aufsicht verehrlicher (?) Mütter, die dabei einen kleinen Schwatz riskieren, rauchender und Männerskat dreschender Väter, auf der Plantschwiese herum. Wenn gar der Parkwächter mit dem Hydrantenschlauch heranrückt, gibt es ein fröhliches Gedränge unter der Kühlung lechzenden Jugend, die danach strebt, einen kräftigen Guß sich über den Körper rieseln zu lassen. So überwindet Jung-Berlin die Hundstage des Sommers und sind in dieser Hinsicht viel besser daran, wie Jung-Wien, dem solche Genüsse nicht geboten werden.

Die Note Österreichs an Serbien

Die Note Österreichs an Serbien 1Die Note Österreichs an Serbien 2Die Note Österreichs an Serbien 3

Auszüge durch den Blogwart: *Coburger Zeitung 25.07.1914* … die Geschichte der letzten Jahre nun, insbesondere die schmerzlichen Ereignisse des 28. Juni, haben das Vorhandensein einer subversiven Bewegung in Serbien erwiesen, deren Ziel es ist, von der österreichisch-ungarischen Monarchie gewisse Teile ihres Besitzes loszutrennen. Diese Bewegung, die unter den Augen der serbischen Regierung entstand, hat in Folge jenseits des Gebietes des Königreichs durch Akte des Terrorismus, durch Reihe von Attentaten und durch Morde Ausdruck gefunden.

Weit entfernt, die in der Erklärung vom 31. März 1909 enthaltenen formellen Verpflichtungen zu erfüllen, hat die Königliche serbische Regierung nichts getan, um diese Bewegung zu unterdrücken. Sie duldete das verbrecherische Treiben der verschiedenen gegen die Monarchie gerichteten Vereine und Vereinigungen, die schamlose Sprache der Presse, der Verherrlichung der Urheber von Attentaten und damit die subversiven Umtriebe; sie duldete eine ungesunde Propaganda im öffentlichen Unterricht und duldete schließlich alle Manifestationen, die die serbische Bevölkerung zum Hasse gegen die Monarchie und zur Verachtung ihrer Einrichtungen verleiten konnte.

Diese Duldung, deren sich die königlich serbische Regierung schuldig machte, hat noch in jenem Monat angedauert, indem die Ereignisse des 28. Juni der ganzen Welt die grauenhaften Folgen dieser Duldung zeigten. Es erhellt, daß der Anschlag und die Ausführung des Attentats vom 28. Juni, des Mordes von Serajewo, in Belgrad ausgeheckt wurde, daß die Mörder die Waffen und Bomben, mit denen sie ausgestattet waren, von serbischen Offizieren und Beamten erhielten, daß sie der „Narodna Obrama“ angehörten und daß schließlich die Beförderung der Verbrecher und ihre Waffen nach Bosnien von leitenden serbischen Grenzorganen durchgeführt wurden.

Die angeführten Ergebnisse der Untersuchung gestatten der österreichisch-ungarischen Regierung nicht, noch länger die Haltung zuwartenden Langmuts zu beobachten, die sie durch Jahre den bezeichneten Treibereien gegenüber eingenommen hat, die ihren Mittelpunkt in Belgrad haben. Diese Ereignisse legen der österreichisch-ungarischen Regierung vielmehr die Pflicht auf, den Umtrieben ein Ende zu bereiten, die eine ständige Bedrohung für die Monarchie bedeuten.

Um diesen Zweck zu erreichen, sieht sich die österreichisch-ungarische Regierung gezwungen, von der serbischen Regierung eine ofizielle Versicherung zu verlangen, daß sie die gegen Österreich-Ungarn gerichtete Propaganda verurteilt, das heißt, die Gesamtheit der Strömungen, deren Endziel es ist, von der Monarchie Gebiete loszulösen, die ihr angehören und daß sie sich verpflichtet, diese verbrecherische und terroristische Propaganda mit allen Mitteln zu unterdrücken.

Um dieser Versicherung einen feierlichen Charakter zu geben, wird die Königlich serbische Regierung auf der ersten Seite ihres ofiziellen Organs vom 26. Juli nachfolgende Erklärung veröffentlichen:

„Die Königlich serbische Regierung verurteilt die gegen Österreich-Ungarn gerichtete Propaganda, das heißt, die Gesamtheit jener Bestrebungen, deren letztes Ziel es ist, von der österreichisch-ungarischen Monarchie Gebiete loszutrennen, die ihr gehören,  und sie bedauert aufrichtig die grauenhaften Folgen dieser verbrecherischen Handlungen. Die Königlich serbische Regierung bedauert, daß serbische Offiziere und beamte an der vorgenannten Propaganda teilgenommen und damit die freundnachbarlichen Beziehungen gefährdet haben, die zu pflegen, die die Königlich serbische Regierung sich in der Erklärung vom 31. März 1909 feierlich verpflichtet hat …

Die östrreichisch-ungarische Regierung erwartet die Antwort der königlich serbischen Regierung spätestens bis Samstag, den 25. Juli, nachmittags 6 Uhr.

400 Flugzeuge über London

Morgenlied der Lerche*Freiburger Zeitung 23.07.1934* 400 Flugzeuge über London. Die großen Luftangriffe auf London, die in den diesjährigen Manövern der englischen Luftstreitkräfte vorgesehen sind werden am Montag beginnen und eine ganze Woche über andauern. Der Zweck dieses „Luftkrieges“, der unter der Leitung des Luftmarschalls Sir Brooke-Poham steht, ist, die Wirksamkeit des Londoner Luftschutzes zu erproben. Aus diesem Grund wird von der Annahme ausgegangen, daß London, die Hauptstadt von „Nordland“, durch von „Südland“ , d.h., der englischen Süd- und Südostküste, her kommendeBombenflugzeuge angegriffen wird. Nordland setzt zur Abwehr der herannahenden Bombengeschwader Jagdflugzeuge und die sonstigen zum Londoner Luftschutz gehörigen Spezialtruppen, wie Flak-Batterien, Abhör-Apparate, Scheinwerfer-Bataillone sowie das aus freiwilligen Londoner Bürger bestehende „Beobachter-Korps“  ein.

Insgesamt werden an den Übungen, die jede Nacht von 6 Uhr abends bis 9 Uhr morgens stattfinden werden, rund 400 Flugzeuge teilnehmen. Den Bombenflugzeugen sind bestimmte Ziele innerhalb der Hauptstadt, hervorragende Gebäude, Ministerien, Hafenanlagen, Militärdepots, große Fabriken usw. zugewiesen worden, die sie aus verschiedenen Höhen zwischen 500 und 3500 Meter natürlich nur theoretisch – mit Bomben zu belegen haben. … (Vom Blogwart gekürzt.)

Bild: Morgenlied der Lerche von Jules Breton. Wurde 1934 zum populärsten Bild Amerikas gewählt.

Ben Gurion ist sicher

Luftfahrtgesellschaften sollen Flugzeuge riskierenDer Ben-Gurion-Flughafen ist sicher, sagen israelische Politiker und die deutschen, vom Steuerzahler alimentierten, Volldemokraten stimmen zu. Die Airlines sollen ruhig ihre Flugzeuge und das Leben der Passagiere riskieren, alles nicht so schlimm. Sagen die Volldemokraten. Und der Blogwart nickt heftig. Unsere Freundschaft zu Israel und dem um seine Freiheit kämpfenden jüdischen Volk, sollten denen schon einige Flugzeuge, getötete oder verletzte Reisende wert sein. Die Schadersatzansprüche haben dann nämlich nicht die Volldemokraten zu berappen, sondern die Fluggesellschaften. Aber das ist mit den Forderungen von Volldemokraten immer so. Die Zeche bezahlen stets andere.


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