Archiv für Juli 2013

Schlag einen Opa tot

Schlag einen Opa totDie Wölfe sind unter uns. Sie tarnen sich als Rollatorenfahrer, bettlägerige Alte oder längst Verstorbene. Das macht ihre Verbrechen aber nicht ungeschehen. Wer also einen Alten sieht, der in Verdacht stehen könnte, Millionen Unschuldige ermordet zu haben, melde diesen umgehend dem Simon Wiesental Center. Bis 25 000 € erhält derjenige, der einen Alten denunziert, von dem er annimmt, er könne im Zeitraum von 1933 bis 1945 ein unfassbares singuläres Verbrechen begangen haben, die Möglichkeit gehabt haben, ein unfassbares singuläres Verbrechen zu begehen oder der einem schon lange, wegen seiner Nörgelei, seiner Nase oder weil er das Treppenhaus nie reinigt, ein Dorn im Auge ist.  Die Mitarbeiter des Simon Wiesental Centers, die geschult darin sind, die Physiognomien von Kriegsverbrechern auf eine Meile gegen den Wind zu riechen, übernehmen es dann, der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen. Etwa so:

„Hallo! Spreche ich da mit der Operation letzte Schangse? Mein Name tut nichts zur Sache aber der alte Herbert Müller, aus der Ahorngasse 5, in Frankfurt, welcher mein Nachbar ist, der sieht genauso aus wie der Demjanuk. Also alt. Und ich wette, der hat auch Millionen auf dem Gewissen. Nein, um Geld geht es mir nicht, aber dieser Verbrecher gehört endlich enttarnt und seiner gerechten Strafe zugeführt. Daß ich jetzt hier anrufe, ist doch Ehrensache und Bürgerpflicht. Meine Bankverbindung lautet : …“

Sippenhaftung

Artur Stadler

Eine ernste Warnung gegen die, von den deutschen Emigranten gegen die Regierung Hitler geführte Propagandaarbeit, ist in der *Freiburger Zeitung vom 21.07.1933* zu lesen, der Blogwart bringt den Text in Auszügen, weil er zu faul ist, den ganzen Text abzuschreiben. Dieser erschliesst sich den Frakturkundigen, dieser geheimnisvollen Schriftart, in der fast alle historischen Texte verfasst sind, weshalb sie auch heute nicht mehr gelehrt wird. Es wäre auch zu schlimm, könnten Interessierte das Orginal lesen, anstatt der Empfehlungen des Reichspropagandaministeriums.

Papierkrieg gegen Deutschland – mißlungene Inlandspropaganda. „Berlin, 21. Juli. Der von den aus Deutschland geflüchteten Landesverrätern eröffnete Lügenfeldzug ist nunmehr in vollem Gange. … und eine Fülle von Zeitungen und Zeitschriften gründen, in denen sie dann ihr Leid klagen, Deutschland beschimpfen, verleumden und verächtlich machen … . Selbstverständlich läßt man sich in Deutschland diese Beschmutzung des eigenen Nestes durch Ausgewanderte nicht gefallen. Das Zugreifen gegen Scheidemanns Familie hat bereits gezeigt, wie man sich zu wehren gedenkt  … . Man wird diesen Weg sicherlich mit Erfolg weiter beschreiten, ebenso den Weg zur Kontensperrung, wie man ihn gegen Feuchtwanger und Einstein angewendet hat. Wer sich gegen sein Vaterland vergeht, muß eben damit rechnen, daß er mit seinem Hab und Gut und seinen Angehörigen dafür zur Rechenschaft gezogen wird.

Die durch das neue Reichsauswanderungsgesetz geschaffene Möglichkeit, Auswanderer der Staatsangehörigkeit für verlustig zu erklären und sie so staatenlos zu machen, wenn sie nicht auf Aufforderung zurückkehren, wird ebenfalls bereits in diesen Tagen beschritten. Die Auswanderer werden also damit  das Recht verwirkt haben, sich künftig noch als Deutsche zu bezeichnen …

Bild: Menschen, wie Artur Stadler, der diese schöne Karikatur in Österreich schuf, sind vom Auslande her unentwegt bemüht, dem  nationalsozialistischen Deutschland Tips und Tricks zur Verbesserung des internationalen Ansehens zu geben. Hier beklagt er den Ausschluß jüdischer Blinder aus den deutschen Blindenvereinen, das Hitlerregime aber zeigt sich uneinsichtig und betrachtet diese wohlwollenden Ratschläge als Lügen, Beschimpfung, Verleumdung und Verächtlichmachung, dabei geschehen sie doch in bester Absicht. Aber, sagt der Blogwart: Gut gemeint, ist noch lange nicht gut getan.

Kaum auffällig

Bevor Struppi die kleine Lisa an einem heiteren Sommerabend tot biss, war er kaum auffällig. Völlig hysterische Menschen führten daraufhin den Wesenstest für Hunde ein, die im Verdacht stehen, von ihrer Rasse her, die anerkannten Verhaltensnormen für Hunde zu überschreiten. Zahllose Hunde werden seither diskriminiert, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Als an einem heiteren Frühlingsabend ein Rudel zugewanderter Tollwütiger den Jonny K. ins Jenseits beförderte, sprachen die Medien davon, daß die Hunde, die die Tat begingen, zuvor nicht auffällig geworden waren und rehabilitierten sie damit in den Augen der Öffentlichkeit. Demzufolge durfte die Hälfte des Rudels nun wieder unter Leute, völlig ohne Maulkorb, während der Rest von anerkannten Tierpsychologen beobachtet wird, um den guten Kern, der unzweifelhaft in Onur U. und Bilal K. steckt, zu finden, ihn freizulegen und ihn der staunenden Öffentlichkeit zu präsentieren. Sollte einer der Beiden einmal darauf verzichtet haben, ein hilf – und wehrloses Opfer zu schlagen oder zu bestehlen, ist das der untrügliche Beweis, das der Totschlag an Jonny K. eine Verkettung unglückseliger Umstände war und die bis dato Festgehaltenen dürfen in den Schoß ihrer Familien zurückkehren, wo sie bereits sehnlichst erwartet werden. Der Blogwart hofft auf ein gutes Ende. Außer für Jonny K.. Der hat es bereits hinter sich.

Hilfe gegen Arons Flüche

Die KreuzabnahmeGestern hat der Blogwart in den Spamordner geguckt und neben einer unfeinen Beschimpfung stand da noch, daß der Aron, der Freund des Beschimpfers, den Blogwart verfluchen wird. Der Blogwart ist jetzt entsetzt, betroffen und ein kleines bischen traurig, weiß er doch nicht, aus welchem Grund er solch häßliche Wörter verdient hat, dann hat er sich gesagt, bestimmt war das ein Agent Provocateur, der Antisemitismus beim Blogwart hervorrufen will, weil der den Namen Aron benutzt und nicht Voldemort oder Caroline. Aber, ruft der Blogwart, auf so etwas fällt er nicht rein, und ruft er, er bewundert das Volk der Juden, die unablässig Nobelpreisträger gebären, und wenn Hitler sie nicht hat am Aufbau des Nationalsozialismus teilhaben lassen, dann war das eine ganz große Sauerei. Jawoll!

Klar, daß man sich dann wehrt und weltweit gegen die Regierung Hitler mobilisiert und gegen den Kauf deutscher Produkte. (Was man in den damaligen Zeitungen nachlesen kann, wenn man Lesen kann, also zu den vom Schicksal Begünstigten gehört.) Hätte der Blogwart auch gemacht, hätte er nicht am Aufbau des Nationalsozialismus teilhaben dürfen. Das hatte auch nichts mit „Kauft nicht bei Deutschen“ zu tun, wohingegen, wenn eifrige GRÜNE israelische Waren kennzeichnen wollen, aus den von ihnen so genannten besetzen Gebieten, damit der Israelfreund sie gezielt kaufen kann, dann heißt es gleich, „Kauft nicht bei Juden!“ Es kommt eben immer auf die Sichtweise an. Die Auszeichnung von Bioprodukten ist ja auch, ganz klar die Abschreckung: „Kauft nicht beim Biobauern!“ Denn die wandeln auf irgendwelchen Spuren und sind durch die Verwendung von Mist sowieso anrüchig.

Aber, darum ging es ja gar nicht. Sondern um die Flüche Arons. Irgendwie ist dem Blogwart auch schon übel, hier zwickt es und da zieht es und die Milch seiner Kühe war heute früh sauer und eine schwarze Katze rannte ihm ebenfalls über den Weg, nun muß er sich aber erst einmal über Flüche und Gegenflüche belesen, um das Schlimmste noch zu bannen und deshalb bleibt der Laden erst einmal für ein paar Tage zu. Sicher ist sicher. Die Kommentarfunktion bleibt offen, bis sie sich selbsttätig schließt, Erstkommentatoren oder die mit vielen Links, landen automatisch im Spamordner.  …

Bild: Es ist schon ein Kreuz mit den Antisemiten. Weltweit treiben sie sich herum, auch in diesem Blog, und versuchen arglose Menschen gegen Juden einzunehmen, sie behaupten, die hätten den Sohn Gottes verraten und hinrichten lassen aber jedermann weiß doch, daß das eine Zwecklüge ist. Wie hätte denn dieser Jesus seiner Bestimmung nachkommen sollen, hätten ihn nicht, was sie aber nicht taten, dennoch wird es ihnen vorgeworfen. Aber, sagt der Blogwart, das verfängt bei ihm nicht. Juden sind das Beste, was dem Universum passieren konnte. Jawoll. Und nur, daß das mal klar ist.

 

Vor 90 Jahren

Die schönste Errungenschaft der Frauenemanzipation

schreibt *Das interessante Blatt*: Damen – Boxkämpfe. Der selige Hofrat Schiller war doch ein Phantast. Er hat die Würde der Frau in schwungvollen Versen gefeiert und aufgefordert, die Frauen zu ehren, sintemal sie himmlische Rosen ins irdische Leben flechten. Dieser deutsche Dichter hat eben die moderne amerikanische Frau nicht gekannt und ist nie einer New Yorker Girl begegnet, die mit ihren zarten, gut trainierten Händchen fünfzigpfündige Faustschlägeauszuteilen vermag. Nach Empfang eines solchen Liebestatscherls wird wohl für die betreffende schlagfertige Dame eine sehr mäßige Würde zurückbleiben und die Ehre wird von dem Manager nach Dollar gewertet.

Das ist in Amerika, wo die Frauen die gesellschaftliche Führung übernommen haben und das ganze öffentliche Leben unter der Hysterie der modernen Amerikanerin leidet, die dem Amerikanismus das Gepräge gibt. …


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