Archiv für 1. März 2011

Tag der Nationalen Volksarmee

Ein Film für die Menschen, für Dich und für mich. Und auch für Sachsen – Anhalts Innenminister Holger Hövelmann, dem die als Wende bezeichnete Konterrevolution eine Karriere in der Nationalen Volksarmee versaute, sein begonnenes Studium an einer der Offiziershochschulen der Nationalen Volksarmee der DDR befähigte ihn aber später zum Posten als Innenminister, wo er, erzogen im antifaschistischen Geist, Noteingangsschilder unter die Lebenden bringt.

Hier sieht man die Berliner, zusammengetrieben von Stasi, Kampfgruppen, ihren informellen Mitarbeitern und dem Wunsch, einer Militärparade ihrer Soldaten beizuwohnen, um lautstark: „Frieden schaffen ohne Waffen“ und „Soldaten sind Mörder“ zu skandieren. Besonders hervor tun sich dabei die Genossen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, die heute DIE LINKE heißt, nur waren sie damals nicht in der Lage, die Abschaffung der NVA in der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik durchzusetzen, sie wurden von einer Großen Koalition aus LDPD, NDPD, Bauernpartei, FDGB, HO und KONSUM überstimmt, wie es auch heute wieder der Fall ist.  Bilder, wie der damals junge, aber kühne, Gregor Gysi und die den Windeln entwachsene Petra Pau gewaltsam von der Ehrentribüne geschleppt werden, fielen der demokratischen sozialistischen Zensur zum Opfer. Luc Jochimsen, die auch bereits zu diesem Zeitpunkt schwer unter ihrer Nazi – Vergangenheit litt und deshalb die Lügen der faschistischen BRD über Äther verbreiten mußte, wurde zu den damaligen Zeremonien nicht zugelassen, um sich wirksam protestierend in der Karl – Marx – Allee selbst zu verbrennen, so protestiert sie heute für das unbestrittene Recht der Taliban in Afghanistan Schulen abzufackeln und westliche Agenten, die Brücken bauen, um ihre Subversionstätigkeit zu verschleiern, die Hälse durchzuschneiden. Oder für ungehinderte Teilhabe somalischer Küstenschützer am Tankerreichtum am Horn von Afrika.

Erinnern wir uns auch daran, daß die Armee der zweiten Diktatur knapp dabei war, wieder einmal über das ahnungslose Tschechien herzufallen, Militärberater in vielen Folterstaaten Anregungen zum Foltern geben liess, wo sie mit ihren demokratischeren westlichen Kollegen ins Gehege kamen, weil sie ihnen die Aufträge wegschnappten. Wenn Streitkräfte unter Linken akzeptiert werden sollen, dann müssen sie für Frieden und Sozialismus einstehen, so wie der Leuchtende Pfad zum Beispiel oder die Befreiungsarmee der Koranschüler oder die Selbstmordkinderlein der Hamas- Jugendbewegung. Tschingdarassa Bumm!

Gefallen in freundlichem Feuer

Nichts ist so erholsam, als in alten Zeitungen zu blättern und zu wissen, die Sache ist ausgestanden und Vergangenheit, während wir hier noch auf das dicke Ende warten, das unweigerlich kommen muß. 1864 in Schleswig Holstein hat der Krieg seinen Schwung verloren, die Dänen hocken hinter den Düppeler Schanzen und warten auf den Sturm der Deutschen und darauf, ob England oder Frankreich beschliessen, sich am Krieg zu beteiligen. Die Österreicher und Preußen ihrerseits bereiten den Sturm vor. Währenddessen fängt die Journaille an, herumzukritteln, die weiß es, wie immer, besser. Nur hatten damals noch keine Praktikanten das Schreiben und man mußte noch selber an den Ort des Geschehens, statt über Fernsehen orginal dabei zu sein. Mangels aktueller Ereignisse wärmt man die zurückliegenden auf und zitiert den Konkurrenten.

Rinkenis, 24. Febr. Der Köln. Ztg. wird von hier geschrieben: Ich muß noch einmal auf die Recognoszierung vom 22. zurückkommen. Auf dem linken Flügel, d. h. nach Satrup hinauf, avancierten Truppen der 13. Division (53. und 55. Reg.); daran gewissermaßen im Centrum Truppen der 12. Brigade (24, 64. Reg.) nach dem rechten Flügel hin ein Bataillon von dem 35. Reg. und das 3. Jäger – Bataillon. Auf dem linken Flügel, wie schon erwähnt, rückte man, durch unklares Wetter verführt, bis auf 600 Schritte vor die Schanzen, und wird die Behauptung aufrecht erhalten, daß neben anderen Verlusten eine Kompagnie des 55. Regiments durch den jüngsten Offizier aus dem Feuer geführt worden sei, da die anderen vier verwundet wurden.

Der Unglücksfall vom Erschiessen zweier Jäger des 3. Bataillons durch Leute des 35. Regiments bestätigt sich leider schon durch einen heutigen Divisionsbefehl, der mit Hinweis auf diesen Vorfall auf die Notwendigkeit größerer Vorsicht hinweist. Die Getödteten waren bildschöne junge Männer, deren feine Wäsche auf mehr als gewöhnliche Herkunft schließen ließ.  Letzteres ist besonders tragisch und wir können nur hoffen, daß es damals so edle Männer wie heute den Herrn von und zu Guttenberg gab, die auf Betreiben einer Zeitung den Kommandeur des 35. Regiments sofort ablösen und vor ein Kriegsgericht stellen lassen, noch ehe sie den Vorfall untersucht haben. Der Wahrheit übrigens die Ehre zu geben (Lest! Lest!), trägt die Anordnung des Anstreichens der Adler an den Käppis der Jäger und der Lederüberzug über denselben bei den Offizieren, wie das Fehlen der Feldbinden (Als Kennzeichen Freund – Feind sollte eine weiße Binde am Arm getragen werden.) den weit größten Teil der Schuld. Die 7. Kompagnie des 35. Regiments erbeutete eine Kompagniefahne. … *Freiburger Zeitung 01.03.1864*


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